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Accessoires zum Anzug: die must haves für den Gentleman

Accessoires Gentleman

Wer sich einen Designer-Anzug mit passendem Hemd zulegt, fühlt sich mitunter komplett ausgestattet. Weit gefehlt: Das perfekte Finish entscheidet über die Brillanz des modischen Auftritts. Dabei umfasst der Reigen der männlichen Accessoires minimal 15 Positionen.

Welche der schicken Extras tatsächlich zum Zuge kommen, entscheiden der persönliche Stil und der Anlass.


Top-Accessoires zum Anzug


Hut zum Anzug?

Es gab Zeiten, als Männer das Haus ohne eine Kopfbedeckung nicht verließen. Diese Epochen sind passé. Stattdessen frönt der Hohn hierzulande eher ein stiefmütterliches Dasein. Allerdings lässt sich beobachten, das Designer dieses Accessoire immer häufiger ins Spiel bringen. Deshalb sollte „Mann“ über ein kleines Portfolio vom leichten Trilby fürs mediterrane Flanieren über einen Prok Pie mit herbstlichen Karo-Muster bis hin zum eleganten Borsalino nachdenken.

Ob ein klassisches Exemplar auch bei Geschäftsterminen dabei ist, muss jeder für sich entscheiden. Einsteiger suchen sich am besten ein traditionelles Hutgeschäft, um sich kompetent zur Größe und Form beraten zu lassen. Denn: Wer glaubt, er habe kein Hutgesicht, greift nur zum falschen Design.

Mützen eher für die Freizeitmode!

Wer sich an frostigen Tagen den Wind ums Haupt fegen lässt, hat sich die Erkältung redlich verdient. Insbesondere Männer mit dürftiger Haarpracht sollten jeder Form von Kopfbedeckung eine Bedeutung beimessen. Ganz nebenbei sind Mützen schick. Gaudi-Designs haben allenfalls auf der Skipiste etwas verloren.

Ansonsten ist ein fein gestrickter Klassiker oder ein lässiger Beanie die treffende Wahl. Dabei schließt sich die Tonart als auch die materielle Struktur dem Gesamtbild an. Bei Mützen ist die Wahl des Materials entscheidend: Natürliche Wintergarne wirken auch in dünner Ausführung Wunder. Künstliche Fasern bringen die Denkzentrale zum Kochen, bevor der kalte Schweiß die Grippe begünstigt.

Klassische Kappen für die Denkzentrale

Flatcaps in verschiedensten Ausführungen waren einst ein Zeichen der Rebellion. Inzwischen sind Schirmmützen ein Klassiker, der von Herrschaften gerne zum Mantel getragen wird. Wenn der Schutz der natürlichen Behaarung entfällt, sind Kappen im gediegenen Schwarz die beste Wahl für den Weg zum Business.


Verkanntes Accessoire: Brille

Der perfekte Durchblick ergibt sich nicht immer von selbst. Wer für die Korrektur eine Sehhilfe benötigt, freut sich über ein Accessoire mehr auf der Kommode. Erstaunlicherweise messen viele Männer dem unverzichtbaren Begleiter eine rein funktionale Bedeutung zu. Dabei kann das passende Gestell die natürliche Schönheit und den persönlichen Stil unterstreichen.

Für das Business ist dezente Eleganz gefragt, die dennoch nicht schüchtern wirkt. Für die Freizeit sollte auf ein Fashion-Statement nicht verzichtet werden. Quintessenz: Mindestens zwei Varianten hat der modebewusste Brillenträger parat.


Welche Sonnenbrille steht mir?

Wann immer es um Kommunikation geht, hat die Sonnenbrille nichts auf der Nase verloren. Allerdings gibt es Ausnahmen, sowohl privat als auch im Business.

Wer bei Außenterminen blinzelnd durch die Gegend irrt, wirkt wenig kompetent. Beim sommerlichen Flanieren auf der Promenade oder Relaxen in der Strandbar, darf die Sonnenbrille ebenso nicht fehlen.

Welche Form der Sonnenbrille empfehlenswert ist, hängt von der Kopfform ab. Runde Brillen zum runden Gesicht sind meist zu viel des Guten. Deshalb sollten bei der Wahl nicht nur die saisonalen Trends ausschlaggebend sein. Gleichermaßen wichtig ist die Funktionalität. Nicht ohne Grund gibt es für diverse Sportarten spezielle Modelle.


Warme Schals, dekorative Tücher zum Anzug

Nahezu alle Mäntel und Jacken wirken ohne ein Extra kahl. Sowohl die berufliche Elite als auch die Sperrspitze der Fashion-Welt ist stets mit Schals und Tüchern gerüstet.

Je nach Jahreszeit sind die Accessoires eher dekorativer oder funktionaler Natur. Das Design erweist sich beim Business dezent und fein. Dabei sind die Farben der Oberbekleidung maßgeblich.

In der Freizeit darf das Statement deutlich werden, sollte jedoch den Stil der Jacke berücksichtigen. Angesagte Schlauchschals machen sich schick zum sportlichen Look. Wer auf moderne Art rustikal unterwegs ist, lenkt sein Interesse auf grob Gestricktes.

Wer in seinem Leben einmal einen Kaschmirschal in der Hand hatte, möchte diese Qualität für den Besuch im Theater oder den Geschäftstermin nicht mehr missen.


Ungeliebte „Halsabschneider“

Wenn es um gebundene Accessoires geht, setzt bei vielen Männern die Begeisterung für Mode aus. Dabei sind exklusive Seidenkrawatten ausgesprochen schick und nicht die einzige Alternative. Nicht minder schick sind:

  • Plastron
  • Boloti
  • Fliege
  • Halstuch

Zugegeben: Im seriösen Berufsalltag freut sich die Krawatte über ihr Monopol.

Nur wenige Jobs lassen eine Schwäche für apart gemusterte Fliegen zu. Im privaten Bereich lässt sich dieses Accessoire durchaus integrieren. Bei gehobenen Dresscodes ist der schwarze oder weiße Querbinder ein Must have. Wenn es um gehobene Einladungen dieser Art geht, sollte das Exemplar selbst gebunden werden. Diese Prozedur bedarf etwas Übung, zahlt sich aber optisch absolut aus.

Das Plastron ähnelt einem Dreieckstuch und ist beim Reitsport beliebt. Auch bei der fürstlich arrangierten Jagd ist dieses Accessoire erwünscht. Zu den gehobenen Kollektionen vieler Designer gehört eine Kollektion mit seidenen Halstüchern, die locker ins offene Hemd gesteckt werden. Wer nun sein Gedächtnis scannt, wird sich an bravouröse Stylings mit diesem Extra erinnern.

Nun bleibt eine Frage offen: Was ist ein Boloti? Salopp gesagt, es geht um die Krawatte der Western-Helden, bei der ein Lederband durch eine schmucke Brosche gezogen wird. Inzwischen gibt es sehr zeitgemäße Kollektionen, die den Ethno-Look salonfähig machen. Selbstverständlich ist ein Boloti keine Alternative zur Krawatte, wenn es um den Termin beim Chef geht.


Einstecktücher für den aufmerksamen Gentleman

In den meisten Situationen der Gegenwart kann auf dieses Detail verzichtet werden. Bei der festlichen Garderobe ist das Spiegelbild der Krawatte oder Fliege ein Muss. Damit ist klar: Die Farbe des Einstecktuchs folgt dem Design der Krawatte.

Ein selbst gefaltetes Exemplar macht mehr her als Attrappen, die auf Kunststoff befestigt sind. So kann der Gentleman im Fall der Fälle das Tuch den Damen anbieten. Lesen Sie auch den Artikel “Das Einstecktuch – Wie falte ich ein Einstecktuch?“.


Worauf muss man bei Manschettenknöpfen achten?

Schmuck aus Edelmetallen kommt bei Männern ohnehin zu kurz. Eine Ausnahme bilden Manschettenknöpfe. Für die alltägliche Business-Garderobe ist dieses Detail obsolet. Beim geschäftlichen Bankett oder festlichen Freizeitveranstaltungen macht sich das kleine Detail aber schick.

Manschettenknöpfe sollten auf hochwertige Materialien setzen, wie sie der Juwelier bevorzugt. Falls eine Uhr getragen wird, sollte sich das Dessin an diesen Accessoires orientieren. Beispielsweise sind goldene Manschettenknöpfe zum silbernen Chronographen keine gute Wahl.


Gürtel für die Optik

Eine Hose muss sitzen, egal bei welchem Genre der Garderobe. Deshalb erfüllt der Gürtel vorwiegend dekorative Zwecke. Ohne dieses Accessoire wirkt das Beinkleid unvollständig. Die Farbe biedert sich ans Design der Anzughose an.

  • Schwarz ist die treffende Wahl für dunkelgraue Anzüge.
  • Braune Gürtel lassen sich mit blauen Textilien kombinieren, wenn der Farbkontrast bei den Schuhen wiederholt wird.

Zur Jeans oder Chino darf es ein Statement aus Textil oder mit auffälliger Schnalle sein. Die Länge des Gürtels sollte unbedingt passen. Wenn sich das Leder mehrfach um die Hüfte schwingt, wirkt dies ebenso merkwürdig wie knappe Tatsachen im letzten Loch.


Edle Handschuhe für den Mann von Welt

Abgesehen von der Freizeitmode oder der Skiausrüstung gibt es für den Frostschutz der Gliedmaßen nur eine Wahl: Wenn Manager Handschuhe aus feinem Leder aus der Manteltasche hervorzaubern, bleibt kein Zweifel am Stil mehr offen.

Für diese Accessoires gibt es Konfektionsgrößen, die unbedingt beachtet werden müssen (siehe Tabelle). Selbst mit diesen Orientierungswerten ist es schwierig, den perfekten Handschuh zu finden. Das Ensemble aus Handballen, Daumen und vier Fingern ist höchst individuell. Deshalb sind Maßhandschuhe die logische Schlussfolgerung für ein Detail, das die Garderobe über Jahrzehnte begleitet.

Die richtige Herren-Handschuhgröße ermitteln

Es wird der Handumfang über dem Daumen an der breitesten Stelle gemessen. Das Maßband locker lassen damit der Handschuh auch locker sitzt!

Handumfang (ohne Daumen) 18,5 cm 19,5 cm 21 cm 22,5 cm 23,5 cm 24,5 cm 26 cm 27,5 cm 29 cm
International S S M M L L XL XL XXL
GB / US 7 7 ½ 8 8 ½ 9 9 ½ 10 10 ½ 11

Uhren und Schmuck

Beinahe sind bewährte Zeitmessgeräte in Vergessenheit geraten. Viele Männer verzichten auf eine Uhr, seitdem das Handy die Frage beantwortet. Allerdings ist dieser Vorgang alles andere als schick und diplomatisch.

Ein Blick auf die Armbanduhr lässt sich weitaus diskreter in die Kommunikation einschieben als der Griff zum Mobiltelefon. Obendrein ist die Uhr das einzige Schmuckstück, dass neben dem Ehering im Berufsalltag erwünscht ist.

Für die Termine im Büro ist ein dezentes Exemplar gefragt. In der Freizeit dürfen Männer mit starken Farben oder anderen Extravaganzen spielen. Für den eleganten Abend darf die schmucke Zeitanzeige gerne auftrumpfen.

Clevere Zeitgenossen entscheiden sich bei der Business-Uhr für eine Variante, die über eingehende Emails, SMS und Anrufe auf dem Handy informiert.


Gewappnet für schlechte Witterung

Schirm, Charme und Melone – dieses Trio zeichnet von jeher den Mann von Welt aus. In den deutschen Gefilden wäre es gewagt, ohne einen Regenschirm unterwegs zu sein. Dass der wild gepunktete Knirps aus der Schultasche vom Nachwuchs nicht seriös wirkt, sollte klar sein.

Eine kompakte Variante für spontane Witterungswechsel sollte sich immer in der Arbeitstasche befinden. Wenn Petrus schon am Morgen die Hähne aufdreht, ist der adrette Herr mit einem schwarzen Stockschirm unterwegs. Selbstverständlich erlaubt die Spannweite den Transfer unvorbereiteter Geschäftspartner.

Schirm-Knigge für Autofahrer: Fahrgästen wird der Regenschutz erst entzogen, wenn sie sich im Auto niedergelassen haben.


Taschen und Koffer

Eine elegante Ledertasche mit speziellen Fächern fürs Mobiltelefon und das Notebook gehört zum Business-Dress dazu. Für etwaige Vorträge mit Projektor und einem Stapel Präsentationen steht der passende Trolley für den Manager bereit.

In der Freizeit ist eine lässige Tasche gefragt, die Platz für alle Utensilien des Mannes bietet. Der Stil ist eine Geschmacksfrage, der Verzicht ein No Go. Ausgebeulte Hosentaschen sind ebenso uncool wie die Auslagerung der Utensilien in der Damenhandtasche.


Die richtige Socke

Der wahre Sinn vom Stil entlarvt sich beim Blick auf die Socken. Bei der Musterung des Gegenübers werden automatisch die Schuhe begutachtet. Deshalb fallen Defizite beim Strumpf sofort ins Auge.

Die fein gestrickten Exemplare übernehmen die Farbe der Hose und reichen weit über die Knöchel. So ist auch beim Sitzen das behaarte Männerbein nicht zu sehen. So deplatziert wie die Mickey Mouse Socken zum Anzug wirken, so merkwürdig scheinen edle Texturen zur Cargo- oder Cordhose.

Gröbere Strickwaren, klassische Burlington oder mutige Farben sind in diesen Fällen weitaus treffender.

Welche Freizeitsocke passt, hängt vom Stil der legeren Mode ab. Für alle schützenden Textilien am Fuß gilt: Es gibt unterschiedliche Qualitäten für den Sommer und den Winter.


Herrenduft

Eine aromatische Aura begleitet den Gentleman. Jedes duftende Potpourri weckt Assoziationen und unterstreicht die Persönlichkeit. Deshalb sollte das Parfum zum Typ und zum Anlass passen.

Verführerische Essenzen sind beim Geschäftstermin gewiss nicht die treffende Entscheidung. Ebenso unangemessen scheint der betont sportliche Hauch auf den Logen des Opernhauses.

Wer sich mit diesem Metier nicht auskennt, ist mit den Kosmetikkollektionen großer Designer gut beraten. Viele Labels für Herrenmode legen den passenden Duft zu den Designlinien auf.


Bildnachweis: Titelbild – Thinkstock / iStock / Nico Oud


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