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Datenschutz in sozialen Netzwerken: Eine “Mission Impossible”?

Cyber Security Datenschutz

Hoch sensible und private Daten auf dem Firmenhandy oder Notebook sollten vertraulich bleiben. Doch nicht nur die Skandale um den Datenmissbrauch bei WhatsApp, Facebook und Co. sorgen für Verunsicherung: Ende Juni wurde ein Überwachungsgesetz beschlossen, das es Ermittlungsbehörden erlaubt, Daten auf digitalen Endgeräten auszuspähen und Nachrichten mitzulesen.

Wer smart ist, nimmt den sogenannten “Staatstrojaner” zum Anlass, private Inhalte in Messenger-Diensten und sozialen Netzwerken wie WhatsApp und Facebook besser zu schützen. Die Debatte um den Datenschutz nimmt kein Ende. Ob in Wirtschaft, Polizei und Geheimdiensten, in Netzwerken wie WhatsApp und Facebook oder die erst kürzlich beschlossene gesetzliche Erlaubnis zum heimlichen Mitlesen über ein digitales Trojanisches Pferd – die Skandale und Gesetzesverschärfungen häufen sich.

Während die einen weiterhin vertrauliche Daten, Dokumente oder Bilder über Online-Plattformen und Apps teilen, nimmt bei anderen die Angst vor dem Missbrauch ihrer privaten Daten zu. Es gibt jedoch Methoden, mit denen man sich schützen kann.

Facebook und WhatsApp: Die Sicherheitslücken der Social-Media-Platzhirsche

Allein in Deutschland nutzen laut Statistik 30 Millionen Menschen Facebook, die meisten von ihnen sind zwischen 25 und 34 Jahre alt und männlich. Das Geschäftsmodell von Mark Zuckerberg geht zwar auf, es steht jedoch auch immer wieder in der Kritik: So klagen Nutzer und Verbraucherschützer über die Lösch-Kriterien des sozialen Netzwerks und dessen Umgang mit privaten Daten – vor allem seit der Übernahme des Messenger-Dienstes WhatsApp.

Zwar verfügt WhatsApp über eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, sodass das Auskundschaften anderer Nutzer nicht ohne Weiteres möglich ist. Allerdings kann Facebook sowohl auf die bei WhatsApp gespeicherten Telefonnummern und Profilbilder als auch auf die Kontaktdaten von Arbeitskollegen, Vorgesetzten, Freunden und Verwandten im Adressbuch des Smartphones zugreifen. Laut Verbraucherschützern sind sogar Meta-Daten, zum Beispiel der Standort und der Zeitpunkt des letzten Gesprächs, nicht mehr sicher.

“Gefällt mir” nicht: Alternativen zu Facebook

Die schlechte Nachricht: Verhindern lässt sich das Ausspähen auch mit Tricks von IT-Profis nicht vollständig. Die gute: Das wichtigste Kapital von Facebook und WhatsApp – die Daten – haben Nutzer zum Glück selbst in der Hand.

Zudem dauert es in der digitalen Welt bekanntlich nicht lange, bis die Konkurrenz reagiert. Die folgenden Netzwerke, deren individuelle Vor- und Nachteile hier noch einmal im Detail erläutert werden, bieten sich als Alternativen zu Facebook an.

Netzwerke für die berufliche Kommunikation

Für Geschäftsleute ist es ohnehin nicht ratsam, über Facebook Business-Kontakte zu knüpfen und zu pflegen – für die Visitenkarte im Netz sowie für das Networking und Recruiting eignen sich berufliche Netzwerke wie XING und LinkedIn allemal besser.

Wer in der Kreativbranche tätig ist und täglich visuelle Inhalte hochladen oder verschicken will, hat mit der App EyeEm nicht nur die Möglichkeit, eigene Fotos zu bearbeiten und mit anderen aus der Community zu teilen. User können ihre besten Schnappschüsse auf dem EyeEm-Marktplatz auch verkaufen. Anders als Facebook und Instagram unterliegt das Berliner Start-up zudem den deutschen Datenschutzrichtlinien.

Eine weitere Alternative ist die Plattform Ello, die die Weitergabe von personenbezogenen Daten an Werbetreibende ausdrücklich verweigert. Zu den Grundsätzen von Ello gehört auch, keine Klarnamenpflicht einzuführen, die ein Großteil der Facebook-Nutzer kritisiert.

Privat in Kontakt bleiben: Alternativen zu WhatsApp

Während es bei Facebook nur über Umwege möglich ist, seine Daten zu schützen, sofern man dort aktiv Kommentare und Likes hinterlassen und Inhalte teilen möchte, gibt es bei WhatsApp eine Möglichkeit, Spionen den Spaß zu verderben.

Der Sicherheitsexperte Loran Kloeze rät WhatsApp-Nutzern, eine Sicherheitslücke in der Browserversion zu schließen, die das Schnüffeln ermöglicht. Dazu tippt man in den WhatsApp-Einstellungen auf “Account und Datenschutz” und ändert “Zuletzt Online”, “Profilbild”, “Info” und “Status” zu “Niemand” oder “Meine Kontakte”. Wer auf Nummer sicher gehen will, findet zudem in Messenger-Diensten wie Threema, Signal, Telegram oder Allo adäquate Alternativen.


Bildnachweis: Thinkstock / NicoElNino


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