Uhren

Tempel der Uhrmacherkunst: Patek Philippe Museum in Genf

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Genf ist die Stadt, in der unter anderem die internationalen Organisationen WHO, WTO oder UNHCR ihren Hauptsitz haben. Sie gilt als eine der teuersten und lebenswertesten Städte überhaupt und ist einer der wichtigsten Finanzplätze der Welt. Wer jedoch das aufwendig sanierte Art Déco-Gebäude im Stadtteil Plainpalais an der Rue des Vieux-Grenadiers besucht, taucht ein in eine Welt, in der die Zeit stehen geblieben ist.

Und das, obwohl es kaum einen Ort auf der Welt gibt, an dem solch eine Vielzahl an kostbaren, komplizierten und wertvollen Uhren versammelt ist. Mit der Eröffnung des Patek Philippe Museums 2001 untermauerte Genf einmal mehr seinen Nimbus als eine der international bedeutendsten Uhrenstädte.

Sammlungen mit historischen Uhren

Unterteilt in zwei Sammlungen auf vier Ebenen gehen Besucher hier auf eine Zeitreise durch 500 Jahre Uhrmacherkunst. Es gibt eine exquisite Auswahl der berühmten Luxusuhren aus dem Hause 1839 gegründeten Hause Patek Philippe zu bewundern. Darunter die Calibre 89: Die komplizierteste tragbare mechanische Uhr die – anlässlich des 150. Geburtstages von Patek Philippe 1989 nach neun Jahren Entwicklungszeit – je gebaut wurde.

Die Uhren aus dem Traditionshaus Patek Philippe sind im ersten Stock ausgestellt und in 13 Kategorien unterteilt, die die gesamte Geschichte des Hauses abbilden. Es gibt Taschenuhren aus den Gründerjahren der Uhrenmanufaktur, komplizierte Taschenuhren mit zahlreichen Zusatzfunktionen und reich mit Gold und Edelsteinen verzierte Taschenuhren im Art Déco-Stil. Und es gibt die prachtvollsten Stücke der klassischen Patek Philippe-Serien wie Gondolo und Calatrava.

Dabei ist das Uhrenmuseum strikt chronologisch aufgebaut. Und so ist es nur konsequent, dass die Besucher dort beginnen, wo die Uhren in Handarbeit repariert werden. Von Uhrmachermeistern, denen bei der Arbeit zugeschaut werden kann. Die ältesten Uhren, rund 700 Exponate aus den Jahren 1500 bis 1850, sind im zweiten Stock versammelt.

Die historischen Uhren vom Beginn des 16. Jahrhunderts erinnern an eine Zeit, als die Menschen begannen, sich nicht mehr an der Sonne oder den großen zentralen Kirchturmuhren zu orientieren. Die Besucher erfahren hier, dass es keine Einzelperson gibt, der die Erfindung der tragbaren Uhr zuzuschreiben ist, noch nicht einmal eine Jahreszahl ist überliefert.

Eindrucksvoll sind die fantasiereichen Uhren für den Hausgebrauch, die mit Fortschreiten der Reformation nicht als Schmuckwerk, sondern als Nutzgegenstände gelten. Geschaffen von Genfer Kunsthandwerkern im 16. und 17. Jahrhundert.

Ganz oben im dritten Stock des 1919 errichteten Gebäudes ist ein riesiges Archiv mit 7000 Schriftstücken zur Geschichte der Uhrmacherei untergebracht. Darunter Originale von Galileo Galilei und Sir Isaac Newton. Hier können Interessierte ganz tief in die faszinierende Geschichte der Uhrmacherkunst eintauchen und dabei die Zeit vergessen.

Eine der Top-Sehenswürdigkeiten

Diese herausragende Sammlung lockt jedes Jahr viele Besucher in das an Attraktionen reiche Genf. Bei der Internetplattform Tripadvisor rangiert das Uhrenmuseum sogar auf Platz 2 der beliebtesten Sehenswürdigkeiten – gleich hinter dem Genfer See.

Patek Philippe Museum
Rue des Vieux-Grenadiers 7
1205 Genf
Tel.: +41 (0)22/8070910

Öffnungszeiten:
Dienstags bis Freitags von 14 bis 18 Uhr, Samstags von 10 bis 18 Uhr, an Feiertagen geschlossen
Führungen in Französisch und Englisch an jedem Samstag, auf Deutsch nach Vereinbarung.

Patek Philippe Museum

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