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Die 65. Internationale Automobil-Ausstellung in Frankfurt

Automobilmesse IAA

Die acht Fahrzeuge, die 1897 im Berliner Hotel Bristol gezeigt wurden, wirkten auf den ersten Blick recht nutzlos. Schließlich fehlten die Pferde, die die Kutschen ziehen sollten. Dass diese Motorwagen die Pferdestärken an ganz anderer Stelle verbargen verwunderte und begeisterte viele Zuschauer damals.

900.000 Besucher bei der 65. IAA

Andere beäugten die neuen Automobile argwöhnisch. Die Faszination Automobile zeigte sich schon zwei Jahre später. Zur ersten internationalen Ausstellung kamen 1899 schon 100.000 Besucher. Und noch heute ist die Internationale Automobilausstellung (IAA), die alle zwei Jahre in Frankfurt stattfindet, ein Besuchermagnet.

2013 verzeichnete der ausrichtende Verband der Automobilindustrie zwar einen leichten Besucherrückgang bei der 65. IAA, doch die Gründe dafür können in der konjunkturellen Situation der europäischen Automobilhersteller gefunden werden.

Insgesamt kamen rund 900.000 Besucher in die elf Messehallen. Auf 230.000 Quadratmetern zeigten 1100 Aussteller aus 35 Ländern ihre neuesten technischen Entwicklungen und spektakulärsten Designs. Motto der Messe in 2013 war „Die automobilste Show der Welt“. Längst dreht sich bei der IAA nicht mehr alles „nur“ um das Auto. Sie ist eine Mobilitätsmesse geworden.

Neben dem Pariser Autosalon und der Tokyo Motor Show die größte und wichtigste der Welt. Schwerpunktthemen in diesem Jahr waren die Elektromobilität und die IT-Vernetzung der Fahrzeuge. Wobei beiden Themen unstrittig die Zukunft gehört. Wohlgemerkt aber noch nicht die Gegenwart. Die Entwicklung bei den Infotainment-Systemen hält nicht Schritt mit dem veränderten Nutzerverhalten der Generation Smartphone.

Zugleich erfahren die zahlenden Besucher und Journalisten aus aller Welt aber auch, dass die Technik heute schon so weit ist, dass sich Autos unabhängig von einem Fahrer von Abfahrtsort A zu Ziel B bewegen können. Theoretisch, rein praktisch lässt die Serienreife sicherlich noch lange auf sich warten, weil der Marktsättigungsgrad sich gemächlicher entwickelt, als die Ideen der Ingenieure.

Die neue S-Klasse von Mercedes beweist allerdings, dass zumindest das teilautonome Fahren keine Vision mehr ist. Der ganze Stolz der Schwaben unterstützt bei Geschwindigkeiten unter 30 Stundenkilometern den Fahrer und macht das Einparken zur Nebensache.

Elektromobilität und alternative Antriebe

Verhaltener als von vielen erwartet wurde auf der IAA mit dem eigentlich wichtigsten Thema umgegangen. Die Elektromobilität und die Fokussierung auf alternative Antriebe stand hinter der Präsentation der neuen Modelle der weltbesten Autobauer zurück. Und das sind überwiegend Autos, die mit Benzin oder Diesel angetrieben werden. Über E-Fahrzeuge wurde bei der IAA viel geredet, aber es wurde wenig gezeigt.

Ausnahmen bilden die auf Effektivität hin entwickelten Modelle vom US-amerikanischen Hersteller Tesla oder aus dem französischen Haus Mia electric und dem herausstechenden i3 von BMW. Das laut Hersteller erste „Premium-Elektrofahrzeug“ war ein echter Hingucker und wird bei guten Erfolgszahlen für andere Autobauer Anlass sein, den Bayern nachzueifern. Es bleibt abzuwarten, wie BMW mit seinem Technik-Vorsprung umgeht. Bei den Hybrid-Fahrzeugen war die Auswahl schon deutlich größer.

Auf Veränderung können sich die Käufer von Neuwagen in den kommenden Jahren einstellen. Die Cockpits werden deutlich übersichtlicher. Fast jeder große Hersteller hat die Anzahl der Schalter und Hebel deutlich reduziert. Die IAA 2015 wird (auch) dabei ganz sicher neue Maßstäbe setzen.


Bildnachweis: Thinkstock / iStock / cosmin4000

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