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Drunter und drüber: Unterwäsche-Ratgeber für stilvolle Männer

Unterwäsche Männer

Für die äußere Hülle der feinste Designer-Zwirn, darunter die notdürftige Verpackung aus dem 6er-Pack vom Discounter: Dieser Widerspruch zwischen dem Drunter und Drüber ist verbreitet.

Der untersten Schicht beim Ankleiden wird noch immer wenig Bedeutung beigemessen. Dabei sollte klar sein, dass gerade die Feinheiten den Sinn für Stil begründen. Keineswegs geht es dabei nur um die Ästhetik in erotischen Momenten.

Formlose Tatsachen zeichnen sich an der Oberfläche deutlich ab und drängen sich unverhofft ins Rampenlicht. Quintessenz: Der Gentleman sollte auch dann noch überzeugen, wenn es ihm an die Wäsche geht.

Das Maß der Dinge: Konfektionsgrößen bei Herrenunterwäsche

Wer sich neugierig in der gut sortierten Wäscheabteilung umsieht, entdeckt eine stattliche Bandbreite. Erotische Stilblüten, bei denen bewusst mit Material gegeizt wird oder weniger praktische Texturen zum Zuge kommen, dürfen an dieser Stelle vernachlässigt werden. Weitaus interessanter ist das Feld der Herrenunterwäsche, die sich ohne optische Einbußen auf ihre Funktionen fokussiert.

Bevor Männer sich auf die Kollektionen angesagter Streetwear Labels, renommierter Hersteller und exklusiver Designermarken stürzen, müssen die Fakten geklärt werden. Nicht ohne Grund sind diese Kleidungsstücke mit einer Konfektionsgröße versehen.

Pi mal Daumen; mit dieser Formel geht der Wäschekauf in die Hose. Die Konfektion der Oberbekleidung liefert erste Hinweise. Falls es hier im oberen und unteren Bereich zu Diskrepanzen kommt, beispielsweise bei einem durchtrainierten Oberkörper im Dialog mit dem Waschbrettbauch, muss auch beim Unterhemd und der Unterhose zu unterschiedlichen Größen gegriffen werden.

Sollten die persönlichen Daten rund um die Herrenunterwäsche noch nicht geklärt sein, ist es höchste Zeit, Fakten zu schaffen. Hier gibt es einen grundlegenden Kompass (Konfektionsgröße, Amerikanische Größe, Unterwäschegröße):

  • unter 48, XS, 3
  • 48, S, 4
  • 50, M, 5
  • 52, L, 6
  • 54, XL, 7
  • 56, XXL, 8

Diese Nummern verstehen sich als Wegweiser, der mit individuellen Erfahrungen unterfüttert werden möchte. Jede Marke versieht die Herrenwäschekollektionen mit einer persönlichen Handschrift, die sich in Differenzen beim Schnitt widerspiegelt. Beispielsweise gibt es mal mehr und mal weniger Spielraum für die vorderen Auslagen und die rückseitigen Proportionen. Bei Boxershorts und Pantys variiert zudem die Länge.

Es versteht sich von selbst, dass die Unterhose weder der Bermudas noch dem String-Tanga Konkurrenz machen sollte. Gleiches gilt für die Passform eines Unterhemds, das weder bauchfrei noch knielang geschnitten sein sollte.

Die Formsprache der Wäsche-Designer

  • Unterhose: Die Unterhose kann verschiedenste Formate annehmen. Viele Männer haben die freie Auswahl und können sich von ihrem Geschmack leiten lassen. Dennoch sollte der Sitz der Konkurrenten zumindest einmal kritisch im Spiel betrachtet werden.
  • V-förmige Slips und sogenannte Taillenslips, die über einen weniger ausgeprägten Beinausschnitt verfügen, möchten ausgefüllt werden. Nur so wirkt die Passform vorteilhaft und zeichnen sich keine Falten oder Einkerbungen auf der Oberbekleidung ab.
  • Pantys, die mal mehr und mal weniger das Bein mit einbeziehen, sind körpernah geschnitten. Dennoch ist diese Passform fürs Kaschieren gemacht. Der Check-up sollte ergeben, dass die Unterhose möglichst an der Hüfte endet und keinesfalls bis zum Bauchnabel reicht. Zudem sollte beim aktiven Lifestyle das Geläut und der Po-Po in der Verpackung bleiben.
  • Boxershorts: Lockere Boxershorts punkten mit ihrer Bequemlichkeit, zeichnen sich aber schnell ab und gewähren den Kronjuwelen so viel Freiheit, dass sie die Blicke magisch anziehen. Deshalb erwartet legere Unterwäsche einen lässig weiten Stil bei der Oberbekleidung oder bleibt ein Element der Homewear.
  • Shapewear: Wenn Reserven für schlechte Zeiten versteckt oder Proportionen optimiert werden möchten, greifen Frauen zu Shapewear-Kollektionen oder zur Push up-Ausführung. Inzwischen können auch Männer in diese Trickkiste greifen. Allerdings genügt es zumeist, die perfekte Passform einer Wäschemarke des Vertrauens zu finden, um mit der Inszenierung der erotischen Zonen an Front und Heck einverstanden zu sein.

So perfekt wie die Unterhose sollte das Unterhemd sitzen. Auch dieses liegt am Körper an, ohne dem Gentleman die Luft zu nehmen. Weiße T-Shirts haben den Vorteil, dass sie Schweiß verlässlicher absorbieren als klassische Unterhemden. Gerade am Hals und den Ärmeln muss aber darauf geachtet werden, dass die Unterwäsche nicht hervorlugt oder den Sitz der Oberbekleidung beeinträchtigt.

Funktional und angenehm – die Kriterien fürs Material

Auch beim Material dürfen individuelle Präferenzen den Ausschlag geben. Lediglich Schnäppchen mit reichlich Kunstfasern dürfen getrost auf dem Wühltisch verbleiben. Diese Texturen sind unangenehm schweißtreibend und damit absolut kontraproduktiv beim überzeugenden Styling.

Sowohl Fein-Ripp als auch Doppel-Ripp punkten mit ihrer Elastizität und dem damit verbundenen Tragekomfort. Jersey ist aufgrund seiner atmungsaktiven Facetten, der Saugfähigkeit und Formstabilität interessant.

Fester und insbesondere bei Unterhemden empfehlenswert ist merzerisierte Baumwolle, die von einigen Qualitätsmarken des Segments bevorzugt wird. Mikrofaser und Merinowolle sind exzellent, wenn es um sportliche Funktionswäsche geht.

Alles zu seiner Zeit – der differenziert bestückte Wäscheschrank

In diesem Moment wird klar, dass die Herrenunterwäsche auf die Mission des Tages abgestimmt werden muss. Für den Besuch im Fitnessstudio, das frostige Outdoor-Adventure, die perfekte Verpackung unter der Radlerhose oder den beruflichen Erfolg im Businessanzug variieren die funktionellen und optischen Ansprüche.

Deshalb hat der Herr von Welt für jede Herausforderungen die passende Antwort in der Wäschekommode parat. Dazu gehört auch eine vorzeigbare lange Unterhose. Wenn der Gentleman bei beruflichen und privaten Außeneinsätzen wie Espenlaub zittert, ist das stilvolle Erscheinungsbild dahin.

Designer-Statements, Qualität aus Tradition oder witzige Pointen – Was darf es sein?

Wenn alle rechnerischen, formalen und funktionalen Details geklärt sind, rückt das Design der zahlreichen Marken für Herrenunterwäsche ins Visier. Gewiss ist es eine Frage des Stils, welche Kollektion das Rennen macht. Es spricht dennoch nichts dagegen, wenn das Drüber mit dem Drunter korrespondiert.

Die Shorts im Leoparden-Look mit pinken Nähten setzt der trendigen Casualwear das i-Tüpfelchen auf, wirkt unter dem Abendanzug aber deplatziert. Viele Label wie Boss oder Diesel bieten passend zur Oberbekleidung Basics für die unterste Schicht an. Wer seinen favorisierten Marken für Business und Freizeit konsequent treu bleibt, kann beim Kombinieren wenig falsch machen.

Gerade bei der Wäsche schwindet die Bereitschaft in Designerkollektionen zu investieren. Nichts spricht dagegen, diese Kleiderfrage weniger exklusiv anzugehen. Dennoch sollte mit Blick auf die unzähligen Waschgänge und die beständig optimale Passform auf Qualität gesetzt werden. Ein hohes Maß an Erfahrung fusioniert beispielsweise bei Enamora mit ansprechendem Design und moderaten Tarifen.

Wie sieht es mit lustigen Cartoons, festlichen Prints und frivolen Sprüchen aus? Auch für die humorvollen Boxershorts gibt es sicherlich den passenden Moment. Inwiefern Lachsalven beim Bettgeflüster die zielführende Ouvertüre sind, muss jeder Mann für sich entscheiden.


Bildnachweis: Thinkstock / CURAphotography


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