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E-Mail 2.0: Die elektronische Nachricht wird abhörsicher und rechtsverbindlich

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Umschlag zukleben, Briefmarke drauf – eine alltägliche Handlung im Büro. Doch sie könnte bald in Vergessenheit geraten. Denn die digitale Nachricht hat ihrem Pendant auf Papier den Kampf angesagt. Lange galt sie als unverbindlich und wenig verlässlich, nicht geeignet für die wirklich wichtigen Mitteilungen des Lebens. Das wird sich ändern.

Dank Verschlüsselungstechnik und lupenreiner Absenderidentifikation ist die E-Mail von heute nicht nur sicher, sondern in Form der De-Mail sogar rechtssicher. Mit dem “Gesetz zur Förderung der elektronischen Verwaltung sowie zur Änderung weiterer Vorschriften” (E-Government-Gesetz) hat sich die Bundesregierung verpflichtet, alle Bundesbehörden mit einem De-Mail-Zugang auszustatten.

Dazu werden die Einrichtungen gegenwärtig schrittweise an das zentral betriebene De-Mail-Gateway des Bundes angeschlossen.

Sicher E-Mail mit DE-mail!

Als Weiterentwicklung der E-Mail soll die De-Mail eine sichere, vertrauliche und nachweisbare Kommunikation über das Internet ermöglichen. Ämter und Behörden, aber auch Unternehmen und Bürger sollen so die Möglichkeit bekommen, vertrauliche Inhalte wie Anträge, Bescheide oder Vertragsunterlagen, die bisher eine postalische Zustellung erforderten, schnell, bequem und kostenlos online zu übermitteln.

Realisiert und betrieben wird das De-Mail-System von privatwirtschaftlichen Unternehmen wie der 1&1 Internet AG. Diese übernehmen neben der Registrierung eines De-Mail-Postfachs auch die Identifizierung der De-Mail-Nutzer.

Anders als ein normales E-Mail-Postfach erfordert ein De-Mail-Konto die vollständige Authentifizierung – zum Beispiel durch den Personalausweis. So sind Absender und Empfänger innerhalb des De-Mail-Systems jederzeit nachweisbar. Zusätzlich sind De-Mail-Postfächer seit April 2015 mit einer benutzerfreundlichen Verschlüsselungssoftware ausgestattet.

Neben der Standard-Transportverschlüsselung via SSL/TLS ermöglicht diese Anwendern zudem, Inhalte über alle Übertragungsstationen hinweg mittels einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung vor unberechtigten Zugriffen zu schützen.

Die digitale Agenda der Bundesregierung

Eine umfassende Verschlüsselung der elektronischen Kommunikation rückt jedoch nicht nur in der Interaktion mit Behörden in den Mittelpunkt, sie ist im Rahmen der Cybersicherheit auch eines der Kernziele der Digitalen Agenda der Bundesregierung. Dies unterstrich Bundesinnenminister Thomas De Maizière auf dem diesjährigen IT-Gipfel in Berlin, bei dem er als Mitunterzeichner der “Charta zur Stärkung der vertrauenswürdigen Kommunikation” auftrat.

Ziel der Charta ist es, Deutschland zum Verschlüsselungs-Standort Nummer 1 zu machen. Wie das funktionieren kann, zeigen die E-Mail-Provider GMX und Web.de, die ihren 30 Millionen Nutzern seit Ende August 2015 eine umfassende E-Mail-Verschlüsselung ermöglichen.

Auch die Telekom feilt an einem Konzept für die abhörsichere Privat-Mail, wie im Rahmen des IT-Gipfels bekannt wurde. Das geplante Projekt soll auf den Namen Volksverschlüsselung hören.


Bildnachweis: Thinkstock / Daviles


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