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E-Zigarette: Die Pfeife des modernen Gentlemans?

e-zigarette

Da das Rauchverbot den Genuss von Zigaretten und Co. an vielen Orten einschränkt und auch das Gesundheitsbewusstsein in den letzten Jahren stark angestiegen ist, geht der Trend in den letzten Jahren hin zur E-Zigarette.

Auch in altehrwürdigen und traditionellen Bereichen wie in Gentlemen’s Clubs könnte sie vermehrt Einzug halten. Das wäre passend, denn drei Viertel der E-Zigaretten-Dampfer in Deutschland sind Männer. Keine Epoche wird so sehr mit dem Aufkommen der Gentlemen’s Clubs in Großbritannien verbunden wie das 19. Jahrhundert.

Der Gentlemen’s Club galt als der Ort, an dem sich Männer, die zumeist der oberen Schicht angehörig waren, trafen, Geschäfte abwickelten, Konversation betrieben, eine Runde Poker genossen oder Wetten abschlossen – so startet beispielsweise die Figur des reichen Geschäftsmanns Phileas Fogg in Jules Vernes Roman “In 80 Tagen um die Welt” seine Reise im altehrwürdigen Londoner Reform Club aufgrund einer Wette mit einem anderen Mitglied.

Gentlemen’s Clubs galten als zweite Heimat und es wurde geunkt, so manches Mitglied habe dort mehr Zeit verbracht als zu Hause bei der Frau und den Kindern. Ob Geschäftsmann, Adeliger, Literat, Künstler, Politiker oder Diplomat, wer etwas auf sich hielt, wollte einem dieser Herrenklubs angehören – dies war jedoch in der Regel nur auf Empfehlung eines dem Klub bereits angehörenden Mitglieds möglich.

Wer einen Gentlemen’s Club betrat, achtete auf einen adretten und edlen Kleidungsstil. Ebenso zum guten Ton gehörte der Ausschank von Alkohol und das Rauchen einer exquisiten Zigarre oder erlesenen Pfeifentabaks.

Revival der Gentlemen‘s Clubs

Im folgenden Jahrhundert fanden die Gentlemen’s Clubs ihren Weg auch auf den Kontinent. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs brachten die Briten sie vermehrt nach Deutschland, so dass jede größere deutsche Stadt inzwischen einen solchen Klub vorzuweisen hat. Und inzwischen sind auch hierzulande der Gentleman und der Herrenklub wieder ganz im Trend. Die gesellschaftlichen Veränderungen machen auch vor ihnen keinen Halt und so gibt es längst auch Gentlemen’s Clubs, die Frauen als Mitglieder zugelassen.

Dennoch spielt Tradition weiterhin eine nicht unwichtige Rolle und das Flair ist gleichgeblieben: Es wird getrunken, Geschäfte werden gemacht, auf eine gewisse Etikette wird geachtet. Auch Pfeife und Zigarre – beides als Männersache konnotiert – sind in manchen Klubs noch weit verbreitet.

Das Rauchen im Wandel der Zeit

Während noch bis weit in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts wie selbstverständlich in Kneipen, Talkshows, Bahnhöfen, Amtsgebäuden oder Flugzeugen geraucht wurde, hat sich die Akzeptanz gegenüber dem Rauchen in den letzten Jahren stark gewandelt. Rauchverbote wurden eingeführt, die Gesundheitsrisiken mittlerweile präsent und der Anteil an Rauchern nimmt in Deutschland seit Jahren leicht ab.

Das wirkt sich auch auf das Klubleben aus. Gehörte ein verquarzter Rauchvorhang mancherorts noch zum Ambiente, ist das Rauchen in vielen Räumlichkeiten nicht mehr erlaubt. Und mancher stellt seine Gesundheit inzwischen vor den Genuss. Ist das das Ende der Schmökerei in trauter Runde?

Denn jedes Mal auf den Balkon oder vor die Tür gehen zu müssen, ist natürlich nicht das Gleiche und insbesondere im Winter bar jeglicher Behaglichkeit.

Die moderne Alternative für den Mann von Welt: die E-Zigarette

Doch für den einen oder anderen Gentleman gehört das Rauchen in illustrer Runde einfach dazu – oder es ist ihm noch nicht gelungen, davon loszukommen. Für beide ist der Griff zur E-Zigarette eine gute Alternative. Wie auch Zigarre und Pfeife ist die E-Zigarette – bisher – Männerdomäne: Laut einer Umfrage der InnoCigs-Redaktion sind mit 76,5% über drei Viertel aller E-Zigaretten-Dampfer männlich.

Vorteile der E-Zigarette gegenüber den gerauchten Tabakerzeugnissen wie Zigarre, Pfeife und Zigarette: Sie fällt nicht unter das Rauchverbot, darf prinzipiell also in Restaurants, öffentlichen Gebäuden, Verkehrsmitteln, am Arbeitsplatz oder eben in den Klubräumen konsumiert werden. Einzige Einschränkung ist hierbei das Hausrecht: Verbietet z.B. ein Kellner oder der Chef das Dampfen, so hat man sich daran zu halten.

Ebenso ist es natürlich eine Frage der Höflichkeit, seinen Mitmenschen nicht ungefragt den Dampf ins Gesicht zu pusten. Dennoch bietet die E-Zigarette um einiges mehr Freiheiten und lässt auch einen entspannten Abend im Gentlemen’s Club zu.

Ein weiterer Pluspunkt ist der gesundheitliche Aspekt. E-Zigaretten gelten als bis zu 95 Prozent weniger schädlich als die zu rauchenden Varianten. Gleiches gilt für den Passivkonsumenten. Zudem steigen viele klassische Raucher auf die E-Zigarette um, um ihr Rauchverhalten zu reduzieren oder gar gänzlich mit dem Rauchen aufzuhören. Erste Studien zeigen, dass dieser Umstieg durchaus erfolgreich sein kann.

Wider dem Klischee: Männer neigen dem Süßen zu

Wer bisher davon ausging, der männliche E-Zigaretten-Nutzer würde auch beim Dampfen den klassischen Tabakgeschmack bevorzugen, der wird eines Besseren belehrt, wie die InnoCigs-Studie ebenfalls zeigt: Tabak ist eher unter Frauen beliebt; eine Mehrheit präferiert Liquids mit Tabak-Aromen. Männer hingegen nutzen die Bandbreite der verschiedenen Geschmäcker stärker aus und haben ein Faible für süße und fruchtige Liquids.

Wer die Gesellschaft eines Gentlemen’s Club schätzt, mit dem verquarzten Rauch jedoch seine Probleme hatte, wird seinen traditionellen Whiskey und ein anregendes Gespräch in Zukunft womöglich vermehrt zum Duft von Erdbeer-Käsekuchen oder Apfel-Zimt genießen dürfen.


Bildnachweis: GettyImages – Milkos

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