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Ein modernes Meisterwerk der deutschen Brenntradition: Friedrichs Dry Gin

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Im Jahr 2015 stellte Schwarze und Schlichte mit dem Friedrichs Dry Gin eine neue Delikatesse im Bereich der Spirituosen vor. Nicht zuletzt ist es der beeindruckenden Tradition von Schwarze und Schlichte zu verdanken, dass das alkoholische Getränk eine Bereicherung für das deutsche Gin-Portfolio ist.

Deshalb lädt der hochklassige Newcomer, bei dem erlesene Wacholderbeeren auf 13 Botanicals treffen, zu einem historischen Streifzug mit Perspektiven auf den westfälischen Korn, den ikonischen Steinhäger und den ursprünglichen London Dry Gin ein.

Sorgfältig abgestimmte Spirituose für gehobene Ansprüche

Den Genießer interessiert in erster Linie, was der Neuling für die Geschmacksknospen zu bieten hat. Mit Liebe zum Detail wird Friedrichs Dry Gin über reinem Kupfer gebrannt und dreifach destilliert. Dabei orientiert sich das deutsche Familienunternehmen an der gewachsenen Kunst der Schnapsbrennerei in Westfalen ebenso wie an den peniblen Vorschriften, die für die Herstellung von London Dry Gin gelten.

Eine Schlüsselrolle übernehmen selbstverständlich Wacholderbeeren aus der Region, deren markantes Aroma durch Koriander angenehm rund wird. Insgesamt 13 pflanzliche Ingredienzen gesellen sich hinzu, bei denen Klassiker der Gin-Produktion wie Süßholzwurzel und Sternanis ebenso auftauchen wie ausgefallene Akzente. Diese ergeben sich unter anderem durch süßlich-florale Nuancen von Jasminblüten und Orangenblüten. Verbannt werden von der Zutatenliste sämtliche künstliche Aromen oder Farbstoffe.

Auf dem Gaumen fordert der Wacholder den Stellenwert ein, den er sich bei einem Gin verdient hat. Dabei wirkt er weder forsch noch zaghaft. Modern mutet Friedrichs Dry Gin durch seine elegante Leichtigkeit und seinen feinen Charakter an. Diese spiegelt sich in einem außerordentlich milden Genusserlebnis wider, dass sowohl lieblich als auch blumig akzentuiert ist.

Trotz der facettenreichen Komposition neigt der Gin nicht zu einem kapriziösen Aromen-Potpourri, sondern überzeugt durch seine klare und klassische Struktur. So distanziert sich das alkoholische Getränk von gegenwärtigen Trends, die Gin mit sehr fruchtigen Noten neu interpretieren möchten. Aufgrund der gehobenen Qualität empfiehlt sich Friedrichs Dry Gin als Zutat für Mixgetränke und für die pure Verkostung.

London Dry Gin als britisches Vorbild

Präsentiert wird Friedrichs Gin in einer hochwertigen Flasche aus klarem Glas, die detailreich verziert ist. Neben einem schwarzen Label bereichert die Illustration einer Destillationsanlage im Kupferton das ansprechende Design. Während die schlichte Ästhetik die modernen Facetten des Produkts aufgreift, lassen sich aus den graphischen Elementen die traditionellen Bezüge ablesen.

Die Entstehungsgschichte von Gin reicht keineswegs direkt auf die englische Lebensart zurück. Entwickelt wurde die Symbiose aus Alkohol und Wacholder von dem deutschen Mediziner Franciscus Sylvius Mitte des 17. Jahrunderts während seiner wissenschaftlichen Tätigkeit in Holland.

Dabei handelte es sich ursprünglich um eine heilsame Essenz, die jedoch als Genever für den vergnüglichen Genuss genutzt wurde. Bei ihren Einsätzen im Spanisch-Holländischen Krieg lernten die britischen Truppen das Getränk kennen und machten es als Gin in ihrer Heimat populär.

Die erste Epoche des Gins gestaltete sich wenig ruhmreich. Für die Herstellung der englischen Spirituosen wurde im frühen 18. Jahrhundert vorwiegend minderwertiges Getreide verwendet, das für die Bierbrauereien wertlos war. So verkam die wohltuende Spezialität eher zum Fusel für die Unterschicht, der abfällig als „Mother’s Ruin“ bezeichnet wurde.

Diese Phase der sogenannten Gin Craze wurde durch den Gin Act von 1751 beendet, der die Qualität deutlich anhob. Hinzu gesellte sich die Erfindung der Säulendestillerie im 19. Jahrhundert für die Destillation von reinem Alkohol. Daraus ergaben sich die Maßstäbe für den London Dry Gin, dessen Herstellungsverfahren genauestens geregelt und bei dem eine Aromatisierung mit Zitrusfrüchten oder Gewürzen wie Süßholz oder Anis üblich ist.

Verwandtschaft mit einer Legende aus Westfalen

Friedrichs Dry Gin knüpft nicht nur an dem Gin Act und den Statuten vom London Dry Gin an. Insbesondere der westfälische Gentleman erkennt sofort, dass sich die Statue der Flasche an eine andere Legende der Spirituosen-Landschaft orientiert. Dabei geht es um den Steinhäger, der seit Jahrhunderten im Teutoburger Wald produziert und in einer schmalen Buddel aus braunen Steinzeug angeboten wird.

Die Brennerei, von der Schwarze und Schlichte die Destillation des edlen Gins durchführen lässt, ist seit dem Jahr 1766 für die Produktion von erstklassigen Spirituosen mit Wacholder bekannt.

Für den Steinhäger, der seit 1989 eine geschützte regionale Spezialität ist, werden die vergorenen Beeren destilliert und in einem gesonderten Verfahren ein Kornfeindestillat hergestellt. Beide Komponenten werden anschließend nochmals sorgfältig gemeinsam verbrannt und mit Wasser aus dem eigenen Brunnen auf die Trinkstärke von wenigstens 38 % vol herabgesetzt.

Auf das seit Jahrhunderten gepflegte Brennverfahren über Kupfer greift die Steinhäger Brennerei bei der Herstellung des Gins zurück, wobei zugleich das Reglement für London Dry Gin berücksichtigt wird. Der in kleinen Chargen produzierte Friedrichs versteht sich nicht nur als modernes Meisterwerk des Gins. Es geht um einen Brückenschlag von den urwüchsigen Schnäpsen Schwarze Wacholder und Schlichte Steinhäger zu den gegenwärtigen Vorlieben bei hochprozentigen Spirituosen.

Wohltuender Tropfen aus der Münsterländer Kornkammer

Damit ist der Reigen historischer Genusswelten noch nicht erschöpft, mit denen der Friedrichs Dry Gin verwandt ist. Die Steinhäger Brennerei, die aus dem Unternehmen H. C. König hervorging, gehört heute zum Unternehmen Schwarze und Schlichte mit Sitz im münsterländischen Oelde. Die Geschichte dieser Brennerei reicht weit in die Vergangenheit zurück, was urkundliche Erwähnungen aus dem 17. Jahrhundert bezeugen.

Seit zwölf Generationen hält die Familie bei dem weltweit bekannten Spezialisten für Spirituosen das Zepter in der Hand. Seit Jahrhunderten zählt der Schwarze Frühstückskorn zum Repertoire, der aus dem Getreide der Münsterländer Region mit höchster Sorgfalt und nach überliefertem Rezept gebrannt wird. In Westfalen ist die Kornbrennerei seit einem halben Jahrtausend von großer Bedeutung.

Die dabei gewonnenen Spirituosen wurden erstmals 1483 erwähnt: In einem Dokument rät der Mediziner Michael Schrick, dass ein halber Löffel Korn am Morgen nachhaltig vor Erkrankungen schütze. Tatsächlich ergibt sich der Name des besonders milden Korns von Schwarze aus der originären Verköstigung: Nach der getanen Feldarbeit wurde das alkoholische Getränk zum zweiten Frühstück gereicht.

Wer sich den Friedrichs Dry Gin aufmerksam auf der Zunge zergehen lässt, spürt einen Hauch der feinen Getreidenote auf, die ganz sachte an den klassischen Korn erinnert.

Schwarze und Schlichte präsentiert also weit mehr als einen neuen Gin, dessen gehobene Qualität angesichts der langen Historie der Brennereien eine Frage der Ehre ist. Es geht um ein modernes Geschmackserlebnis, mit dem gleichzeitig eine regionale Handwerkskunst ins Rampenlicht gerückt und aufrecht erhalten wird. Deshalb sollte sich der neugierige Gentleman nicht nur auf den Friedrichs Dry Gin einlassen.

Wer bis dato weder einen Schlichte Steinhäger noch einen Schwarze Frühstückskorn probiert hat, sollte diese genussvolle Wissenslücke schließen. Dabei ist es durchaus spannend, den ursprünglichen Geschmack der alkoholischen Ikonen mit dem modernen Gin zu vergleichen.

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