Featured, Tipps & Ratgeber, Travel

Frequent Traveller Check – Wie sinnvoll sind Kreditkarten für Vielflieger?

Kreditkarten - Vielflieger meilen sammeln

Heutzutage haben nicht mehr nur Besserverdienende eine Kreditkarte in der Tasche. In der modernen Welt des Internets und des bargeldlosen Zahlungsverkehrs entwickelt sich die Plastikkarte immer mehr zu einem Zahlungsmittel für Jedermann. Trotzdem gibt es zum Teil gewaltige Unterschiede hinsichtlich der Kosten und Leistungen solcher Kreditkarten.

Angefangen bei einfachen Prepaid-Karten über kostenlose Kreditkarten für die Bargeldbeschaffung im Urlaub bis hin zu den (häufig geschäftlich genutzten) Premium- und Goldkarten der verschiedenen Banken, gibt es zahllose Kartenmodelle, deren Nutzen sich grundsätzlich immer nach den individuellen Anforderungen des Kunden richten.

Sehr beliebt sind die Zusatzfeatures, die bei vielen Kreditkarten heute inklusive sind. Bonusprogramme wie Payback machen es einfach, beim Einkaufen das Punktekonto zu füllen, um von Prämienangeboten zu profitieren.

Meilen mit der Kreditkarte sammeln und Prämien erhalten

Eines der ersten und vermutlich auch der bekanntesten Bonusprogramme ist sicherlich das Sammeln von Vielfliegermeilen. Dabei werden im Rahmen spezieller Prämienprogramme Zahlungen mit der Kreditkarte mit dem Ansammeln von sogenannten Bonusmeilen belohnt. Ursprünglich erstreckte sich dies nur auf den Kauf von Flugtickets, wodurch eine Art geschlossener Kreislauf zwischen Fluggesellschaft und Vielfliegern entstand.

Der Grundgedanke dahinter ist immer noch, die Kundenbindung zu intensivieren, denn natürlich neigen Kunden mit einem gut gefüllten Konto an Bonusmeilen eher dazu, bei der betreffenden Fluggesellschaft zu buchen als bei einem (eventuell sogar günstigeren) Mitbewerber, bei dem es keine Meilen gibt.

Meilen nicht nur blind ausgeben, sondern das Meilenkonto clever nutzen!

Eingelöst werden können Bonusmeilen inzwischen längst nicht mehr nur gegen tatsächliche Vorteile beim Fliegen, sondern auch gegen andere Prämien, ganz ähnlich dem bereits erwähnten Payback-Programm. Die meisten Experten raten allerdings dazu, keine Koffersets oder andere Prämien zu wählen, weil der Gegenwert sich meist nicht mit dem erworbenen Wert der Bonusmeilen deckt.

Besser ist es, die Meilen tatsächlich für die Buchung von Flügen zu verwenden. Wobei es hierbei Unterschiede geben kann, wie viel erworbene Meilen tatsächlich zählen. Das Punktesystem der meisten Airlines unterscheidet nämlich zwischen inner- und außereuropäischen Flügen. Und die Kosten für Abflüge (und somit auch der Gegenwert für den Eintausch vorhandener Bonusmeilen) können je nach Abflugort stark variieren.

Das hängt mit dem Wettbewerb und den Gebühren zusammen, die an größeren Flughäfen höhere Kosten für die Airlines verursachen. Von daher kann es beispielsweise Sinn machen, einen Flug von einem kleineren Flughafen aus anzutreten, um Geld zu sparen und/oder mehr Bonusmeilen zu sammeln.

Pauschale Empfehlungen sind jedoch aufgrund der komplizierten Strukturen des internationalen Flugverkehrs und den Unterschieden zwischen den einzelnen Fluggesellschaften kaum möglich. Vergleichen ist also wieder einmal das Gebot der Stunde – auch wenn man vielleicht schon lange Kunde bei einer Airline ist und entsprechend viele Bonusmeilen ansammelt.

Manchmal ist es übrigens möglich, Meilen innerhalb einer Airline-Kooperation von einer Fluggesellschaft zu anderen zu übertragen.

Grundgebühren lassen sich durch Nutzung der Leistungen relativieren

Herausgeber der Kreditkarten für Vielflieger sind in der Regel die Fluggesellschaften selbst – zumindest sind sie aber der Hauptkooperationspartner einer Bank. Wie die Bonusprogramme bezeichnet werden, ist dabei irrelevant, denn es geht stets darum, Punkte oder Meilen zu sammeln, um sie gegen Prämien einzutauschen.

Tatsächlich gibt es neben den (meist weniger attraktiven) Sachprämien auch andere Vorteile wie kostenlose Hotelübernachtungen, die sich im Rahmen einer Reise deutlich besser nutzen lassen als ein überteuerter Koffer aus dem Prämienshop. Je cleverer man sein Vorgehen bei der Buchung einer Reise plant, umso mehr kann man von diesen Programmen am Ende profitieren.

Die Vielflieger-Kreditkarten unterscheiden sich hinsichtlich der Bezahlfunktion natürlich in keiner Weise von anderen Kreditkarten. Je nach Kreditkartenfirma hat man eine breite Akzeptanz in aller Welt, kann in Restaurants, Hotels und Geschäften bargeldlos zahlen oder sich mittels PIN am Geldautomaten mit Bargeld versorgen.

Auch für das Onlineshopping und zum Tanken kann man diese Karten genau auf die gleiche Weise einsetzen wie normale Kreditkarten auch. Nur mit dem Unterschied, dass man bei vielen Anbietern mit jedem Kartenumsatz etwas für sein Bonusmeilenkonto tut.

Die Kreditkarten haben in der Regel eine Grundgebühr, die je nach Anbieter relativ hoch ausfallen kann. Hier muss man aber den Nutzen und den zu erwartenden Gegenwert der Bonusmeilen und der allgemeinen Leistungen berücksichtigen, die bei vielen Kreditkarten inklusive sind. So lohnt es sich vermutlich nicht, nur wegen eines einmaligen Fluges von Frankfurt nach New York extra eine teure Vielflieger-Kreditkarte anzuschaffen. Hier eignet sich meist eine spezielle Reise-Kreditkarte, die für eine Reise außerhalb von Europa ausgelegt ist.

Fliegt man hingegen häufig (etwa aus beruflichen Gründen), relativiert sich die Jahresgebühr bereits. Oft sind Neukunden im ersten Jahr ohnehin von der Grundgebühr befreit. Außerdem kann es interessante Zusatzleistungen geben, mit denen man andere Reisekosten sparen kann, etwa eine Reiserücktritts-, eine Auslandskranken- oder eine Mietwagen-Versicherung. Diese Policen spart man sich mit der richtigen Kreditkarte ein und kann dann entsprechend davon profitieren.

Eurowings Gold – Bonusmeilen ohne Verfallsdatum

Ein Beispiel für eine solche Kreditkarte ist die Eurowings Gold-Kreditkarte. Sie ist im ersten Jahr kostenlos und schlägt dann mit 69 Euro Jahresgebühr zu Buche. Enthalten sind sowohl eine VISA- als auch eine Mastercard, bis zu drei Kartendoppel (sogenannte Partnerkarten) können ausgestellt werden.

Interessant ist, dass der Auslandseinsatz kostenlos ist und ein zweimonatiges zinsfreies Zahlungsziel auf Kartenumsätze besteht. Enthalten ist außerdem die praktische Auslandsreisekrankenversicherung sowie eine Mietwagen-Vollkaskoversicherung.

Das Bonusprogramm sieht wie folgt aus: Neukunden bekommen 2500 Meilen gratis und erwerben mit jedem weiteren Euro Umsatz eine Meile. Diese können dann für Prämienflüge mit Eurowings genutzt werden. Bemerkenswert ist, dass die Meilen kein Verfallsdatum haben, weswegen man sie auch über längere Zeiträume hinweg ansammeln kann.

Die Lufthansa unterscheidet nach Status

Die bekannteste Kreditkarte für Vielflieger ist die Miles & More Credit Card Gold der Lufthansa. Sie zählt zu den ältesten Gold-Kreditkarten überhaupt in Deutschland und hat einen entsprechend guten Ruf.

Das Miles & More-Programm ist jedoch nicht unkompliziert und unterteilt die Nutzer in verschiedene Klassen, bei denen unterschiedliche Leistungen und Meilenvorteile zu berücksichtigen sind. Die Jahresgebühr von 110 Euro ist relativ hoch, doch auch dieser Anbieter hat eine Auslandskrankenversicherung, eine Mietwagenversicherung sowie eine Reiserücktrittsversicherung inklusive.

Hierbei gilt: Je öfter man verreist, desto eher macht sich diese Kreditkarte bezahlt. Unterschiede gibt es beim Miles & More Programm der Lufthansa außerdem beim sogenannten Vielflieger-Status. So gibt es neben dem normalen Miles & More-Teilnehmer den Status Frequent Traveller, Senator und HON Circle Member.

Alle verschaffen dem Nutzer aufsteigend mehr Privilegien, wie etwa das bevorzugte Einchecken am Flugsteig, die Nutzung von besonderen Wartebereichen für Premiumkunden (Lounges) oder eine Bevorzugung auf Wartelisten bei ausgebuchten Flügen. Ebenfalls beeinflusst werden kann dadurch das „Verfallsdatum“ der Bonusmeilen.

Immer wichtiger werden die Mengen an Freigepäck, da viele Airlines sich das Gepäck inzwischen teuer bezahlen lassen. Wer also regelmäßig mit viel Gepäck verreist, sollte sich überlegen, seinen Status upzugraden, da sich unter dem Strich eventuell sogar Geld sparen lässt.

Fazit zum Sammeln von Meilen: Sinnvoll, wenn man sorgfältig vergleicht

Die meisten Fluggesellschaften bieten heute eine Kreditkarte für Vielflieger an, die Zugang zu den Vorteilen eines Bonusprogramms gewährt. Tatsächlich bemessen sich die Vorteile nach der Art der Prämien, der Häufigkeit und Intensität der Nutzung (die Mietwagenversicherung benötigt man zum Beispiel nicht, wenn man nie einen Mietwagen bucht) sowie den Jahresgebühren, die man in Relation zu den Vorteilen setzen sollte.

Hinzu kommen die üblichen Aspekte, die beim Vergleich von Kreditkarten zu berücksichtigen sind, wie etwa zinsfreies Zahlungsziel, Gebühren beim Karteneinsatz im Ausland (insbesondere an Geldautomaten), Fremdwährungsgebühren und vieles mehr. Die Sonderleistungen, die bei Premium- und Goldkarten inklusive sind, hängen zudem meist davon ab, dass man die AGB des Kartenherausgebers genau kennt und einhält.

So können Vorteile bei der Buchung von Hotelzimmern, Mietwagen oder die Leistungen einer Reiserücktrittsversicherung in der Regel nur dann in Anspruch genommen werden, wenn die Reise bzw. die Teilaspekte der Reise auch tatsächlich mit der Kreditkarte gebucht und bezahlt wurden.

Nutzt man die Vorteile entsprechend aus, kann man als Vielflieger tatsächlich in erheblichem Umfang von der Nutzung von Bonusmeilen profitieren.


Bildnachweis: Thinkstock / conejota


Könnte dir auch gefallen

Keine Kommentare

Kommentar schreiben