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Großes Smartphone, große Pläne: Huawei will Apple als Marktführer ablösen

Huawei Mate 9

Das Jahr 2017 ist noch jung und schon gibt es ein neues Smartphone, das alle in Aufregung versetzt – das Mate 9 des chinesischen Herstellers Huawei. Die Innovationen und Ambitionen sind im doppelten Sinn groß.

Zum einen misst das businesstaugliche neue Phablet fast 6 Zoll und überzeugt durch eine optimierte Dualkamera von Leica. Zum anderen möchte Huaweis Smartphone-Chef Richard Yu schon bald die Nummer Eins auf dem Markt sein und Marktführer Apple in zwei Jahren vom Thron stoßen. Ob die Träume mit dem neuesten China-Phone in Erfüllung gehen?

Nach der Kooperation mit der Traditionsmarke Leica beim erfolgreichen Smartphone P9 folgt jetzt das Phablet Mate 9, das zusätzlich in einer kleineren, eleganten Porsche Design-Edition auf den Markt kommt. Optisch sind beide Geräte echte Hingucker. Doch ist die ehrgeizige Aussage von Huaweis Smartphone-Chef Richard Yu, mit den Innovationen die starken Konkurrenten Samsung und Apple zu übertrumpfen, auch berechtigt?

Doppelte Kamera – Doppelt gut?

Das Huawei Mate 9 verbindet klassische Business-Tugenden wie eine lange Akku-Laufzeit mit einer herausragenden Foto-Qualität. Auch die Dualkamera begeistert in diversen Testberichten, so gut gelingen damit digitale Schwarzweißaufnahmen. Während das Mate 8 nur über einen Phasen-Autofokus verfügt, kann das Mate 9 zusätzlich noch auf einen Laserautofokus zurückgreifen.

Der Schwarzweiß-Sensor hat nun sogar 20, der Farbsensor 12 Megapixel. Der neue optische Bildstabilisator verhindert zudem wacklige Aufnahmen, während die hochauflösende Videofunktion für gestochen scharfen Filmgenuss sorgt. Dies ist auch der Kooperation des chinesischen Konzerns mit zwei deutschen Herstellern zu verdanken: Dem Kamerahersteller Leica, der in den 20er-Jahren die einst sperrigen Kameras in handliche Alltagsgegenstände verwandelte, sowie dem Automobilkonzern Porsche, der das Mate 9 sprichwörtlich zum Renner machen will.

Die Porsche-Variante des Mate 9 kommt als Smartphone-Sportwagen für knapp 1.400 Euro daher. Klickt man sich in Onlineshops durch die neuesten Modelle von Huawei und entdeckt hier das ebenso leistungsstarke und um 700 Euro günstigere Mate 9, das ab dem 12. Januar bestellbar ist, stellt man fest: Die limitierte Luxus-Edition ist eher für designaffine Techniknerds geeignet und bislang auch nur in ausgewählten Porsche-Design-Stores erhältlich.

Phablets – Größer gleich besser?

An überdimensionierten Phablets wie dem Huawei Mate 9 scheiden sich die Geister. Während die einen die Mischung aus Tablet und Smartphone wegen des großen Displays über 5,5 Zoll als unhandlich empfinden, freuen sich die anderen über die erweiterten Bedienungsmöglichkeiten, etwa beim Bearbeiten von Dokumenten oder Ansehen von Videos.

Spätestens, wenn das Phablet als Monitor in einer Virtual-Reality-Brille steckt, erweist sich das hochauflösende XXL-Display als praktisch. Denn im kommenden Jahr ist damit zu rechnen, dass Virtual Reality enger mit Smartphones verknüpft wird. Huawei hat daher parallel zum Mate 9 ein Virtual Reality-Headset mit Mate 9 Support präsentiert, das alle Restzweifel aus dem Weg räumen soll.

Dazu kommt, dass sich sowohl das Huawei P 9 als auch das Mate 9 sehr hochwertig anfühlen, noch flacher als die aktuelle iPhone-Generation sind und einen Vorteil gegenüber dem technisch vergleichbaren Samsung Galaxy S7 (edge) haben: Auf dem Mate 9 läuft bereits Android 7. So können Nutzer bereits von den Zusatzfunktionen profitieren, ohne auf das Nougat-Update warten zu müssen. Mit der Dual-SIM-Funktion bspw. bleibt man mit zwei SIM-Karten erreichbar, was besonders Geschäftsreisende im Ausland begeistern dürfte.

Fazit

Neben den technischen Innovationen überzeugt das China-Phone Mate 9 vor allem mit seinem Preis-Leistungs-Verhältnis. Derzeit zeigen die Verkaufszahlen, dass die Platzhirsche Samsung und Apple noch auf ihre Markenbekanntheit und ihre treue Kundschaft bauen können.

Als unrealistisch sollte man die Ziele von Huawei-Chef Richard Yu jedoch nicht abtun. Denn aufgrund der neuesten Skandale um die Steuertricks von Apple und explodierende Samsung Smartphones darf durchaus die Frage gestellt werden, wie lange Nutzer noch mehrere hundert Euro mehr zahlen werden, nur weil die entsprechende Marke auf dem Gerät prangt.


Bildnachweis: Huawei


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