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Hemden Knigge: Stilsicher das richtige Hemd finden

Herrenhemden - Knigge

Ein Blick in die Geschäfte zeigt es deutlich: Die Auswahl an Herrenhemden ist immens. Ein Blick auf eine belebte Geschäftsstraße zeigt: viele Männer treffen die falsche Hemdenwahl. Um als positives Beispiel aus der Menge hervorzutreten, ist ein wenig Wissen rund um das Thema Herrenhemden gefragt. Damit der Gentleman von heute stets stilsicher im Hemd auftritt, ist hier der Hemden Knigge.

Der Anlass ist entscheidend

Welches Herrenhemd die richtige Wahl ist, hängt entscheidend vom Anlass ab. Ein klassisches Herrenhemd ist ein Muss für offizielle, festliche und geschäftliche Anlässe. Zumeist wird dann ein Hemd im Schnitt Modern Fit oder Regular Fit gewählt. Wer einen hinreichend gut geformten, schlanken Oberkörper hat, macht ebenfalls im Slim Fit eine exzellente Figur.

In der Freizeit darf das Hemd weniger klassisch sein. Auch bunte Farbtöne und extravagante Schnitte sind nun möglich. Unabhängig von dem Anlass sollten Gentlemen grundsätzlich auf Hemden aus Kunstfasern verzichten. Sie provozieren unangenehme Schweißgerüche und sehen zumeist minderwertig aus.

Auch Seide ist nur mit starker Einschränkung empfehlenswert. Diese Hemden genießen einen zweifelhaften Ruf. Aus diesem Grund sollte die Wahl stets auf Herrenhemden aus mindestens 90 % Baumwolle erfolgen – für Beruf und Freizeit. Wichtig ist auch auf die Wahl der richtigen Hemdgröße zu achten.

Weiß ist Trumpf

Kaum eine andere Farbe passt zum Anzug besser als Weiß. Der Farbton ist der Klassiker und wird es vermutlich bleiben. Er ist ein geschmackvoller Kontrast zum zumeist blauen, grauen oder schwarzen Anzug. Zugleich lenkt die Farbe automatisch zum Gesicht des Gentlemans.

Je nach Anzugs- und Krawattenfarbe kann zudem ein Hemd in Hellrosa oder Blau gewählt werden. Doch Vorsicht! Diese Hemden sind weniger formell als ein Hemd in Weiß. Außerdem betonen blaue Hemden Bartstoppeln in den frühen Abendstunden, wodurch das Erscheinungsbild schnell ungepflegt wirken kann.

Auch Geschäftshemden mit Streifen und Karos sind erhältlich. Je nach Job, Stellung und Land können sie ebenfalls ein Businessoutfit abrunden. So vornehm wie ein weißes Hemd sind sie allerdings nicht.

In der Freizeit ist grundsätzlich alles erlaubt, was gefällt. Zu bedenken ist, dass das kunterbunte Hawaiihemd im Karibikurlaub am Strand gut aussehen mag. In der Frankfurter In-Bar mag sich Mann jedoch schnell wie ein Clown fühlen.

Hinweise zu den Hemdsärmeln

Zweifelsohne haben Kurzarmhemden nur in der Freizeit etwas zu suchen. Im Geschäftsleben sind sie ein absolutes Tabu. Auch eine Krawatte kann daran nichts ändern. Bei der Anprobe eines langärmeligen Hemdes sollte unbedingt ein Blick auf das Ärmelende erfolgen. Es sollte so lang sein, dass das Hemd mindestens einen Zentimeter aus dem Ärmel des Sakkos herausragt.

Doppelmanschette oder normale Knöpfe? Dies ist eine Stilfrage. Der stilvolle Gentleman lässt sich nur auf ein Hemd mit umgeschlagener Doppelmanschette mit edlen Manschettenknöpfen ein. Sie sind außerdem ein absolutes Muss für festliche Anlässe und bedeutende Geschäftstermine.

Was für ein Kragen darf’s denn sein?

So eintönig die Herrenhemdauswahl dem ersten Anschein nach aussehen mag, ist sie eigentlich nicht. Immerhin unterscheiden sich die verschiedenen Modelle bereits bezüglich der Kragenform.

Hier sind die wichtigsten Kragentypen:

  • Der Kentkragen: Dieser Kragen findet sich bei klassischen Hemden. Er harmoniert mit jedem Anzugstyp und eignet sich für alle Altersklassen. Ob privat oder geschäftlich, damit macht der Gentleman nie etwas falsch.
  • Der Haifischkragen/Cutaway: Bei ihm ist der Name Programm. Sein Kragen erinnert an die Flosse des bekannten Raubfischs. Außerdem klaffen die Kragenspitzen so weit auseinander, als habe ein Hai etwas abgebissen. Aufgrund dieser großen Lücke sollte ein Hemd mit Haifischkragen auch stets mit einem dickeren, größeren Krawattenknoten getragen werden. Diese Herrenhemden wirken ein wenig dynamischer und moderner als Hemden mit Kentkragen, weshalb sie gern von jüngeren Gentlemen gewählt werden.
  • New-Kent-Kragen: Ein gelungenes Mittelding zwischen Kent-Kragen und Haifisch-Kragen ist der New-Kent-Kragen. Er ist nicht ganz so breit geschnitten wie die Haifischvariante. Zudem ist er weniger spitz zulaufend als der berühmte Kent-Kragen.
  • Button-Down-Kragen: Bei diesem Kragen sitzen zwei Knöpfe an den Kragenspitzen. Diese Variante stammt ursprünglich aus dem Polosport, in dem der Kragen bei der sportlichen Betätigung gern mal nach oben klappte. Um dies zu verhindern, sind die Knöpfe angebracht worden. Die Herkunft macht bereits deutlich, dass solch ein Kragen nichts in der formalen Geschäftswelt zu suchen hat. Solch ein Hemd sollte in der Freizeit getragen werden, da es nicht mit einem Sakko oder einer Krawatte harmoniert.

Extra-Tipp: Eine Brusttasche sollte ein elegantes Hemd nicht besitzen. In diesem sammeln sich Fusseln, die das gesamte Outfit schmälern. In diesem Täschchen Zigaretten, Stifte und Ähnliches aufzubewahren, sieht ebenfalls wenig ansehnlich aus. Mehr Informationen finden Sie beispielsweise hier.

Die Qualität ist entscheidend

Unabhängig von der Kragenform, des Schnitts und der Farbe sollte der Gentleman stets ein Hemd von exzellenter Qualität tragen. Am besten ist es daher, sich gleich einen ganzen Satz an Maßhemden anfertigen zu lassen. Immerhin kann die Qualität des Hemdes mit über den Erfolg im Job und bei den Damen entscheiden. Hochwertige Hemden sind mit vielen sehr präzisen Stichen genäht. Dadurch sitzt es nicht nur besser, sondern es ist zudem haltbarer.

Die Faustformel bei Maßhemden besagt: Acht Stiche pro Zentimeter sind erforderlich. Auch durch einen Blick auf die Rückseite des Hemdes, lässt sich die Spreu vom Weizen trennen. Bei preiswerten Hemden ist der Rückenbereich glatt. Gute Konfektionshemden haben einen ausgetüftelten Schnitt am Hemdrücken, sodass es nicht spannt, sobald sich der Herr darin bewegt.

Fazit: Probieren geht über Studieren

Mit diesen paar Tipps aus dem Hemden Knigge kann der Herrenhemdkauf starten. Hierbei sollten natürlich stets individuelle Bedingungen berücksichtigt werden. Ein flippiger Typ mit schlankem Oberkörper beispielsweise kann getrost zu Hemden mit großen Karomustern greifen, sofern es der Anlass zulässt.

Pastelltöne sollten Männer mit blassen Teint lieber im Geschäft hängen lassen und markante Modetrends sind sicherlich nur etwas für mutige Gentlemen aus den dazu passenden Branchen. Also: Augen auf beim Herrenhemdkauf!


Bildnachweis: Thinkstock / SanneBerg


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