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Hosenmaße bei einem Anzug messen – So geht´s!

Anzughosen ausmessen

Nicht nur Hemd und Sakko sollen bei einem Anzug gut sitzen, sondern auch die Hose muss gut aufliegen. Sie darf nicht spannen, unschöne Falten schlagen oder gar unkontrolliert am Körper schlappern.

Damit sie perfekt sitzt, nimmt der Schneider zahlreiche Maßangaben vom Gentleman auf. Wenn Sie online eine Maßanzughose bestellen, kann Ihnen bei der Größenermittlung kein Schneider helfen. Sie können die Maße jedoch selbst ausmessen und notieren. Diese geben Sie an den Schneider weiter.

Auch bei Hosenmodellen von der Stange helfen Ihnen die Daten. Einige Online-Shops stellen exakt dar, wie sich ihre Größen zusammensetzen. Ein gutes Beispiel hierfür ist Esprit, im Onlineshop existieren viele Hilfen wodurch sich die Artikel größentechnisch spezifizieren lassen.

Ein Beispiel stellen die beiden Punkte unter der Größenauswahl „Zur Größenberatung“, wo Sie weiter unter „Model-Info“ detaillierte Maße zum Model, welches den Artikel trägt, finden. Und links neben dem Punkt „Zur Größenberatung“ steht häufig das Feedback der bisherigen Käufer des Artikels, was beispielsweise lauten kann: Artikel fällt eine Nummer größer, kleiner aus oder passend.

So können Sie bequem über das Internet z.B. Anzughosen von Esprit oder Hosen über eine Maßschneiderei wie TailorJack bestellen, die trotz fehlender Anprobe gut sitzen.

Vorbereitung: Ausmessen der Hosenmaße

Bevor es ans Ausmessen geht, sollten Sie folgende Utensilien griffbereit hinlegen: Maßband, Zettel und Stift. Sie ziehen sich eine Anzugshose an, die Ihnen gut passt. Dann notieren Sie auf den Zettel alles, was Sie ausmessen müssen:

  • Bundumfang (Bundweite multipliziert mit zwei)
  • Gesäßumfang
  • Oberschenkelumfang
  • Schritt
  • Knieumfang
  • Seitenlänge
  • Schrittlänge
  • vordere Leibhöhe
  • hintere Leibhöhe

Alle Maße sind in Zentimetern. Um sie korrekt zu bestimmen, sollten Sie jemanden um Hilfe bitten. Eine helfende Hand kann die Maße komfortabel und einfach nehmen, während Sie gerade im Raum stehen. Die Beine sind leicht auseinander.

Ausmessen der Bundweite

Sie beginnen mit der Bundweite, die ebenfalls den Namen Hosenbund oder Bundumfang trägt. Das Maßband liegt dafür nur ein wenig über dem Hosenbund an der gewünschten Stelle. Es ist wichtig, dass es eng geführt wird und nicht locker.

Den Hosenbund können Sie auch an einer gut passenden Hose direkt messen. Dafür legen Sie einen Zollstock in das Ende des Hosenbundes und spannen es an. Die Entfernung von einem Hosenbundende zum anderen multiplizieren Sie mit zwei. So erhalten Sie die Bundweite.

Gesäßumfang messen

Bei der Gesäßgröße bei den Herren gibt es große Unterschiede. Nicht nur das Körpergewicht ist maßgebend, sondern ebenso ein etwaiges Körpertraining, was die Gesäßmuskeln vergrößern kann. Es ist daher elementar wichtig, den Gesäßumfang zu ermitteln.

Dieser wird an der weitesten Stelle des Popos gemessen. Dafür müssen die Hosentaschen leer sein. Das Maßband muss leicht anliegen. Wird dieser Wert zu klein bemessen, kann die Naht an der Hose platzen. Ist der Wert zu hoch, schlappert die Hose unschön.

Oberschenkelumfang

Mit den Oberschenkeln verhält es sich bei den Herren wie mit dem Gesäß. Vor allem durch Sport oder ein starkes Übergewicht können Sie außergewöhnliche Maße aufweisen.

Damit die Hose nicht spannt oder gar eine Naht reißt, wird das Maßband um die stärkste Stelle am Oberschenkel gelegt. Es sollte dabei nur leicht anliegen, um ein lockeres Messen zu ermöglichen.

Schritt ausmessen

So manch ein Gentleman empfindet es als unangenehm, wenn der Schneider dieses Maß nimmt. Es ist jedoch erforderlich, damit die Hose an der sensibelsten Körperstelle des Mannes komfortabel sitzt. Das Maßband wird dafür am oberen Bundende der Hose angesetzt. Es wird durch den Schritt bis zum anderen Bundende an der Hosenrückseite geführt. Wichtig ist, dass das Maßband am Körper anliegt.

Knieumfang ausmessen

An der stärksten Stelle des Knies wird dieses Maß genommen. Es liegt eng an und wird direkt um das Knie herumgeführt.

Seitenlänge messen

Bei der Seitenlänge geht es um die äußere Beinlänge. Sie wird vom Hosenbund bis zum Boden entlang der äußeren Beinseite gemessen. Achtung: Anzugschuhe sollten Sie hierfür unbedingt tragen. Ansonsten drohen unschöne Hochwasserhosen!

Schrittlänge ausmessen

Das Maßband wird hierfür an der Innenseite des Beines entlanggeführt. Wer noch unerfahren beim Ausmessen ist, kann eine Wasserwaage oder ein Buch zwischen die Beine pressen. Von der Oberkante des Buches bis zum Boden wird das Maßband geführt.

Vordere Leibhöhe ausmessen

Die Messung erfolgt von dem oberen Hosenbundende bis zum unteren Hosenbundende.

Hintere Leibhöhe

Hierbei nehmen Sie Maß vom Nahtkreuz im Schritt bis hin zum Hosenbund. Das Maßband wird dabei entlang der Gesäßnaht geführt.

Ein wenig aufwendig, aber notwendig

Das Nehmen der Hosenmaße ist ein wenig aufwendig. Es ist ein Kleidungsstück, was sehr viele Nähte besitzt. Mit einer helfenden Hand an der Seite, sind die Maße jedoch schnell genommen. Sie notieren diese und geben Sie an die Maßschneiderei weiter. Anzughosen lassen sich so anfertigen, die sich wie eine zweite Haut auf dem Körper anfühlen.


Bildnachweis: Thinkstock / FrancescoCorticchia


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