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IWC Uhren – Eine bewegte Firmengeschichte

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Liest man sich die Unternehmenschronik der International Watch Company durch vergeht die Zeit wie im Fluge. Sie ist so ungewöhnlich, beeindruckend und führte letztlich dazu, dass IWC heute einer der angesehensten Hersteller von Luxusuhren ist. Alles begann mit dem US-Amerikaner Florentine Ariosto Jones, der schon als Jugendlicher in Boston Uhrmacher wurde.

IWC Uhren

Doch er hatte nicht nur ein Gespür für die feine Mechanik, sondern auch einen Sinn fürs Geschäftliche. So wagte er im Alter von 27 Jahren 1868 den Sprung über den Atlantik und machte sich im Mutterland der Uhrmacherei selbständig. In der Schweiz. Allerdings nicht wie die meisten renommierten Uhrenhersteller in der Westschweiz sondern rund 300 Kilometer weiter westlich am Hochrhein.

Bis heute befindet sich hier der Hauptsitz der International Watch Company. Doch obwohl IWC seit Jahrzehnten berühmt für eine breite Palette hochpräziser, für Extremsituationen tauglicher Uhren ist, war der Erfolg dem Unternehmen nicht in die Wiege gelegt. Zwar wuchs IWC in den Gründerjahren schnell auf fast 200 Mitarbeiter, doch die hohen Einfuhrzölle in den USA bremsten die Geschäfte bald aus. Es folgten zwei Konkurse und mehrere Wechsel an der Spitze. Anfang des 20. Jahrhunderts war gar der Psychoanalytiker Carl Gustav Jung Mitinhaber.

IWC verlor ihren Namen, hieß fast ein halbes Jahrhundert lang Uhrenfabrik von Ernst Homberger Rauschenbach, und wäre im Zweiten Weltkrieg bei einem Fliegerangriff fast zerstört worden. Dollarsturz, Goldpreiserhöhung, Quarzkrise, die Zeiten wurden danach nicht leichter. 1978 wurde das Familienunternehmen verkauft, 1991 übernahm Mannesmann. Heute ist die Uhrenmanufaktur im ruhigen Fahrwasser. Uhren made by IWC werden weltweit hoch gehandelt und geschätzt.

Eine ganz besondere geografische Lage

Das Genfer Siegel ist ein Auszeichnungsmerkmal und kennzeichnet neben dem Ursprung vor allem auch die Qualität. Große Uhrenhersteller haben ihren Sitz verlegt, um die Genfer Punze als Merkmal führen zu dürfen. Nicht so IWC, die bis heute in Schaffhausen beheimatet und hier die einzige Uhrenmanufaktur ist. Dabei ist Schaffhausen, nur wenige Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, durchaus eine Stadt mit langer Uhrmachertradition. Schon 1409 wurde hier eine Klosteruhr gebaut, von 1583 gar datiert ein Schriftstück, in dem die Existenz einer Uhrmacherzunft belegt ist. Da die Randlage in der Ostschweiz die Suche nach qualifiziertem Nachwuchs nicht erleichtert, setzt IWC seit schon lange auf die eigene Lehrlingsausbildung.

1968, zum 100. Geburtstag des Unternehmens, wurde ein Ausbildungszentrum eröffnet. 2001 wurde es durch ein neues, moderneres Zentrum ersetzt. Ganz im Zeichen der Produktion hochwertiger und präziser Uhren für höchste Ansprüche. Das Unternehmen ist stolz auf seine Standorttreue und die Verbundenheit mit der Region, sodass es sich selbst heute als IWC Schaffhausen bezeichnet. In einem eigenen Museum zeigt IWC in Schaffhausen die herausragenden Stücke und erzählt anschaulich die eigene Firmengeschichte.

Die IWC Uhren Kollektionen

IWC hat einige Uhren auf den Markt gebracht, die Geschichte geschrieben haben und bis heute zum Standard zählen. Aus dem Hause IWC kam die erste Armbanduhr mit Grande Complication. Aushängeschilder sind auch die bis 2000 Meter wasserdichten Tauchuhren oder Fliegeruhren. IWC stand und steht für technische Innovationen. So wurde schon Mitte der 1880er Jahre die erste Uhr mit Digitalanzeige gebaut. Die Pallweber-Taschenuhr. Aktuell zählen sechs Kollektionen zum Programm, IWC nennt sie Familien.

Die Ingenieur-Familie

Der legendäre freischaffende Uhrmacher zeichnet für viele Uhren verantwortlich, die heute Kultstatus besitzen. Für IWC überarbeitete er Mitte der 1970er Jahre eine Uhr, die es schon seit 1955 gab und ließ sich dabei von einem Taucher inspirieren, den er am Genfer See beobachtet hatte. Der mit Schrauben mit dem Anzug verbundene Helm lässt in ihm die Idee reifen, die Schrauben und Bohrungen auf dem Ziffernblatt nicht mehr zu verstecken, sondern offen auf der Lünette zu zeigen. Er unterstrich damit die Designer-Weisheit „Form folgt Funktion“ und machte die Ingenieur SL zum Lieblingsstück von Männern mit Vorliebe für zurückhaltende und eher unauffällige Uhren von höchster Qualität. Die Ingenieur gibt es in zahlreichen Modellen mit unterschiedlichen Komplikationen.

Die Portugieser-Familie

Die Uhren der Portugieser-Familie sind eine Reminiszenz an die großen Seefahrer portugiesischer Herkunft und verbinden nautische Instrumente, mit zeitgemäßem Design und zukunftsweisender Mechanik. Die ersten Auftraggeber waren zwei portugiesische Kaufleute in den 1930 Jahren. Diese Kollektion bietet Chronographen, die zuverlässig auch bei rauen Bedingungen ihren Dienst tun. Auch und gerade auf hoher See. Erhältlich sind nahezu alle vorstellbaren Komplikationen und sogar eine Grande Complication.

Die Da Vinci-Familie

Der Universalgelehrte Leonardo da Vinci ist bekannt für tausende Erfindungen und Kunstwerke, doch er fertigte auch Skizzen für die frühesten Uhrwerke der Renaissance. Bei einer von IWC initiierten da Vinci-Ausstellung war die Verblüffung groß, als ein von dem toskanischen Genie entworfener vermeintlicher Flugantrieb sich als das Ur-Uhrwerk herausstellte. Grund genug für IWC da Vinci seit den 1960er Jahren mit einer eigenen Uhrenserie zu gedenken. Die Modelle heute sind tonneauförmigem Gehäuse versehen und warten mit anspruchsvollen, aber auch eher einfachen Komplikationen auf.

Die Portofino-Familie

Die Leichtigkeit der mediterranen Lebensart, gepaart mit Klassik und Eleganz ist der Ausdruck dieser Kollektion. Die Portofino ist Ausdruck von Understatement und gutem Geschmack. Sie bietet seit Ende der 1970er Jahre eine sich zurücknehmende Alternative zu den immer gewagteren Designuhren. Sie steht für klare Proportionen und nur einen Hauch Extravaganz.

Die Aquatimer-Familie

Als Mitte der 1960er Jahre der Tauchsport immer beliebter wurde, reagierte IWC und brachte 1967 das erste Modell der Aquatimer-Serie auf den Markt. Die aktuelle, 2009 lancierte Kollektion, bietet noch einmal etliche Neuerungen und begeistert Wassersportler auf der ganzen Welt.

Die Fliegeruhren-Familie

Seit 1936 baut IWC Fliegeruhren. Und zwar schon damals als Armbanduhr, nicht wie dato zumeist als Taschenuhr. Diese Tradition ist bis heute ungebrochen. Die Kollektion ist so vielschichtig wie abwechslungsreich, bietet aber immer besten Komfort für Männer, die in die Lüfte steigen.

Die Männeruhr

IWC spielt bis heute gerne mit der von manchen kritisierten, aber auch vielfach preisgekrönten Werbung „Fast so kompliziert wie Frauen. Aber pünktlich“. Tatsächlich versteht sich IWC als Hersteller von Herrenuhren und konzentriert sich immer auf „maskuline Werte wie Robustheit, Sportlichkeit und Technikfaszination“.

Wer nach Hong Kong kommt muss zu IWC

Weltweit verfügt IWC über ein dichtes Händlernetz. Auf allen Kontinenten gibt es autorisierte Händler, alleine in Deutschland sind es fast 70. Doch nur in Hong Kong gibt es die Flagship-Boutique mit exklusiver IWC-Accessoires-Kollektion in extrem kleiner Auflage. Überhaupt schafft es IWC nicht nur mit den eigenen Uhren, sondern auch mit dem Service immer wieder die hohen Ansprüche der Kunden zu übertreffen.

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