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Krawatten Guide: Arten, Farben, Muster, Knoten und Passform!

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Frankreichs Sonnenkönig war von den kroatischen Truppen begeistert. Dafür war weniger die kriegerische Schlagkraft verantwortlich, sondern ein schick gebundenes Tuch am Hals. Diese Faszination wurde im Jahr 1863 entfacht und trug zum Siegeszug der Krawatte bei. Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Form des Herrenaccessoires weiter, das ursprünglich den majestätischen Auftritt des Adels unterstrich.

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Im Vergleich zu den historischen Vorreitern wirkt die längliche Krawattenform der Gegenwart minimalistisch. An der großen Wirkung hat sich nichts geändert. Wann immer es um die Demonstration von Kompetenz oder Macht geht, ist der Langbinder unverzichtbar.


Inhalt: Krawatten Ratgeber


Was kennzeichnet eine gute Krawatte?

Die positive Wirkung entfaltet sich allerdings nur, wenn die treffende Krawatte für das Outfit und den Anlass gewählt wird. Der Teufel liegt im Detail – diese Redensart passt hervorragend, denn der Weg zum kompetenten Krawattenträger ist mit Stolpersteinen gespickt.

Wichtige Kennzeichen sind:

  • Länge
  • Form
  • Material
  • Design
  • Farbe
  • Art der Bindung

Wo endet die Krawatte? Die Länge der Krawatte

Modische Epochen sorgen für nachhaltige Veränderungen bei Textilien. Einzelne Trends halten sich kurz und sprechen sich nur unter Fashion-Fans herum. So hat sich die Länge und die Form der Krawatte gewandelt.

Einst empfahlen Ratgeber, das Accessoire weit vom Gürtel entfernt enden zu lassen. Dies war mit Modetrends in den 1950er und 1970er Jahren verbunden, bei denen sich eine opulente Krawattenbreite durchsetzte. Aktuell ruht die Spitze wenige Zentimeter vor dem Hosenbund. Dementsprechend sollte beim Kauf die Länge beachtet werden.

Verbreiteter Standard sind 145 Zentimeter. Wer einen kurzen Oberkörper hat oder stattlich hoch gewachsen ist, muss sich nach Sondergrößen umsehen.


Welche Krawattenform ist modern?

Extraordinäre Breite und gewagte Muster – dieser Stil ist sinnbildlich für die Flower Power-Ära. Für Mottopartys oder ein Fashion-Statement in der Freizeit sind derartige Extravaganzen noch immer top.

In der Business-Welt haben diese Varianten nichts verloren. Derzeit sind schmale Krawatten angesagt. Wie gering die Breite ausfällt, sollte gut bedacht werden. Zierliche Accessoires wirken im Kontrast zu voluminösen Körpern stets etwas merkwürdig.


Hochwertige Materialien bei Krawatten

Wer keine innige Liebe zu dem Accessoire hegt, neigt zum Schnäppchen aus günstigen Materialien wie Polyester. Diese Strategie bezeugt eine mangelnde Sachkenntnis. Steife Texturen und eine läppische Verarbeitung mindern nicht nur die optische Überzeugungskraft.

Das günstige Accessoire sitzt unangenehmer und sabotiert das korrekte Binden. So wird die Abneigung zum Schlips lediglich verstärkt und die motorische Herausforderung beim Drapieren um den Hals deutlich größer.

Grundsätzlich sollten hochwertige Materialien und renommierte Labels bevorzugt werden. International bekannt sind nach wie vor Hersteller aus der deutschen Krawatten-Hochburg Krefeld. Klassische Krawatten sind aus Seide gewebt oder geflochten und machen sich schick zum Anzug.

Strickkrawatten sind der richtige Begleiter für das Freizeitsakko und alles andere als altbacken. Schließlich griffen Traummänner wie James Dean zu dieser materiellen Machart. Auch hierbei punktet die Qualität von Seide oder Kaschmir. Lederkrawatten können einen Freizeit-Look treffend abrunden, soweit die Farbgebung nicht auf gewisse Milieus hindeutet.


Vorsicht bei den Designs

Ernste Worte aus dem Mund des Chefs, lustige Cartoon-Helden auf dem Vorbau: So werden berufliche Witzfiguren geboren. Von diesem Styling ist abzuraten, wenn Erfolg gefragt ist. Generell wirken extravagante und große Muster eher leger und nehmen dem textilen Machtsymbol die Ernsthaftigkeit.

Nur wenige Termine oder Branchen sprechen für auffällige Designs. Deshalb greifen viele Manager zur einfarbigen Krawatte, deren Lebendigkeit aus der Webart und Garnqualität resultieren. Es spricht nichts gegen feine Musterungen und bewährte Streifen in der Diagonale. Übrigens verlaufen diese bei amerikanischen Marken meist von oben links nach unten rechts, während die europäische Machart den umgekehrten Verlauf vorzieht.


Das 1×1 der Farbsymbolik

Die Kraft der Farben wird unterschätzt. Jede Tonart hat das Potenzial, gewisse Empfindungen auszulösen. Nicht ohne Grund reservieren viele Großunternehmen das mächtige Rot für die oberste Etage oder schreiben bei seriösen Auftritten am Finanzmarkt ein Blau vor. Deshalb sind ein paar Stichpunkte zur Symbolik interessant:

Farbe Bedeutung
Schwarz Trauer, Täuschung, Individualismus
Weiß Unschuld, Distanz
Blau Zuverlässigkeit, Ruhe, Vertrauen
Grün Sozialkompetenz, Ausgewogenheit, Wachstum
Türkis Innovationsgeist, Jugendlichkeit, geistige Klarheit
Rot Dominanz, Selbstbewusstsein, Stärke
Bordeaux Würde, Freundlichkeit
Rosa Sanftmut, Offenheit
Lila Demütige Würde, Selbstvertrauen, Religionsverbundenheit
Orange Temperament, Tatkraft, Progressivität, Kommunikationsstärke
Gelb Optimismus, Aufgeschlossenheit
Braun Familiensinn, Bodenständigkeit, Tradition
Grau Konservatismus, Neutralität, Sachlichkeit

Beim Erfolg Farben ins Spiel bringen

Diese verbreiteten Assoziationen sollten mit den Charakteristiken des persönlichen Umfelds und dem jeweiligen Anlass abgeglichen werden.

Beispielsweise ist bei Terminen mit politischem Anstrich die farblichen Zuordnung der Parteien zu berücksichtigen.

Im internationalen Management wird es komplizierter, da die Bedeutung kulturell differiert. Orange wird in asiatischen Ländern mit dem Buddhismus in Verbindung gebracht und steht in den Niederlanden für Freiheit oder nationale Tradition.

Grün ist in islamischen Ländern eine äußerst religiöse Tonart. In Japan steht Weiß im Zusammenhang mit dem Tod.

Gerade bei beruflichen Missionen können die Farben der Corporate Identity ins Spiel gebracht werden. Professionelle Fotografen fragen nach dieser Feinheit bei den Bewerbungsfotos für das anvisierte Unternehmen. Dabei empfehlen sich plakativ einfarbige Bekenntnisse weniger als dezente Anspielungen beim Muster.


Knoten: Wie wird eine Krawatte gebunden?

Prinzipiell gibt es weit mehr als hundert Varianten, um eine Krawatte zu binden. In der Gegenwart sind davon nur wenige populär:

Einfacher Krawattenknoten: Diese Variante ist flink erledigt und wirkt lässig. Für die Freizeitmode die treffende Wahl.

Doppelknoten: Hierbei wird das Verfahren des einfachen Knotens verdoppelt. Diese Version, auch Prince Albert-Knoten genannt, hinterlässt einen ordentlichen Eindruck, wirkt mit der länglichen Größe jedoch recht dominant.

Windsorknoten einfach und doppelt: Dieser Knoten präsentiert sich eher kegelförmig und wird im Business gerne gesehen. Wiederum wirkt die doppelte Variante mächtiger. Bei der treffenden Wahl sollte der Hemdkragen bedacht werden, damit die Bindung im Vergleich zum Design des Kragens nicht zu wuchtig ist.

Kentknoten: Hierbei wird vor dem Binden eine Drehung der Krawatte vorgenommen. Dadurch werden weniger Schlingen und somit weniger Material benötigt. Dieser Knoten zählt zu den Tricks von Männern mit langem Oberkörper, um mit den Standardmaßen zurechtzukommen.

Selbstverständlich gibt es noch zahlreiche weitere Möglichkeiten, wie den amerikanischen Shelby mit sehr kurzem Ende auf der Rückseite. Grundsätzlich empfehlen sich die voluminöseren und korrekteren Knoten für Geschäftstermine und einfache Bindungen für die Freizeit. Interessant ist die iPhone App “How to tie a Tie” – hier werden verschiedene Krawattenknoten erklärt.


Pflege von Krawatten: Reinigung und Aufbewahrung

Wer auf hochwertige Krawatten setzt, hat ein Interesse an der langen Lebensdauer der Accessoires. Der Knoten sollte nach dem Kragen stets gelöst werden, damit sich der Stoff an der entsprechenden Stelle nicht verformt.

Eine gerollte Aufbewahrung ist zu bevorzugen, wie es gehobenen Herrenausstatter demonstrieren. Selten getragene Modelle sollten in einer Schutzhülle auf ihren Einsatz warten. Die wenigsten Krawatten sind für den vollen Waschgang gemacht.

Tipps: Reinigung von Krawatten

  • Spritzer (z.B Soßen, Essensreste) sofort entfernen aber nicht einreiben.
  • Eventuell mit feuchten Tuch abtupfen (nicht verreiben).
  • Spezielle Fleckenmittel anwenden (vorher an einer unauffälligen Stelle testen).
  • Wenn kein Erfolg, die Krawatte in die Reinigung bringen (chemische Reinigung).

Wer dazu neigt, die Krawatte in der Suppentasse zu platzieren, sollte sich eine dezente Krawattennadel leisten. Ansonsten sind derartige Extras derzeit weniger angesagt. Insbesondere bei den Herrenaccessoires werden die saisonalen Trends eingebracht. Deshalb sollte das Portfolio regelmäßig gescannt werden, um die Opfer für Weiberfastnacht auszuwählen.

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