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Mantel-ABC für den trendbewussten Mann

Mäntel

Jeder Gentleman, der die aktuellen Trends verfolgt, weiß: Ohne Mantel geht in dieser Saison nichts. Zudem darf angenommen werden, dass sich an dieser modischen Tendenz so schnell nichts ändern wird. Tatsächlich sind die News von den internationalen Laufstegen begrüßenswert, denn die wärmende Oberbekleidung wirkt weitaus adretter als sportliche Funktionsjacken.

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Bevor es auf die Jagd nach dem passenden Vertreter für die eigene Garderobe geht, ist ein stilistischer Kompass gefragt. Welcher Klassiker darf es aus dem Reigen der Dufflecoats, Trenchcoats und weiteren Modelle sein?

Chesterfield – klassische englische Herrenmantel

Der Name deutet bereits an, dass es um ein Modell der feinen englischen Art geht. In der Regel reicht der Mantel bis zu den Knien, verzichtet auf Extravaganzen und verfügt über eine Knopfreihe.

Typisch ist ein körpernaher Schnitt, der die Taille betont. Leichte Polsterungen an den Schultern können die Traumfigur des Trägers akzentuieren. Das Revers ist ausgeprägt und erwartet an kühlen Tagen einen eleganten Schal fürs Wohlbefinden.

Im Winter werden dicke Wollstoffe verwendet. Es sind aber auch leichte Qualitäten für die wärmere Jahreszeit zu haben. Der Chesterfield ist ein Muss für die Business-Garderobe. Er ist zugleich ein fabelhafter Allrounder, der zur eleganten Freizeitmode passt, wenn sich edle Herrenschuhe, beispielsweise von Hugo Boss, hinzugesellen.

Dufflecoat – Mantel ohne Reißverschluss

Dieser Herrenmantel hat einen urigen Touch, ohne dabei zu sportiv oder rustikal zu wirken. Seinen unverwechselbaren Charakter verdankt er der Kapuze und den Knebelverschlüssen, die originär auf Knöpfe aus Horn oder Holz treffen.

Der Schnitt ist eher gerade und verfügt über eine komfortable Weite, um Bewegungsfreiheit zu gewähren. Duffle bezieht sich auf das ursprünglich bevorzugte Material, ein schwerer Wollstoff aus Belgien. Dass sich das Design an den Bedürfnissen der britischen Navy orientierte, deutet die sportive Art des Dufflecoats an, die dennoch einen würdevollen Auftritt angesehener Feldherren ermöglicht.

Von der leger akzentuierten Businessmode über die Landpartie bis hin zum Bummel über den Weihnachtsmarkt ist der Dufflecoat die treffende Wahl.

Funktionsmantel – für die kalten Tage

Hier geht es um eine Melange, die praktische Gesichtspunkte berücksichtigt. Der längere Schnitt widmet sich bei den meisten Modellen eher den frostigen Temperaturen als dem eleganten Stil.

Die Bandbreite dieser Mäntel reicht von edlen Designs mit funktionalen Akzenten bis zum sportlichen Begleiter für Outdoor-Aktivitäten. Je nach Grad der sportiven Facetten, ist eine Kombination mit der feinen Garderobe zulässig oder eben nicht.

Lodenmantel – Mantel für schlechte Wetterphasen

Klassische Mäntel für Herren sind nicht nur mit der britischen Modegeschichte eng verknüpft. An kühlen Tagen bevorzugten Männer lange Schnitte mit Umlegekragen und senkrechter Kellerfalte am Rücken. Die gewalkten Wollfasern beim Lodenmantel können der feuchten Witterung eine geraume Zeit standhalten.

Weite Schnitte sind bei diesem Modell keine Seltenheit, wodurch sich Energievorräte auf den Rippen gut kaschieren lassen. Häufig ergibt sich bei diesen Modellen eine Nähe zu Trachten. Inzwischen finden sich jedoch moderne Vertreter in den Kollektionen, die sich vielseitig kombinieren lassen.

Trenchcoat – passend zu Jeans und Sneakers

Thomas Burberry entwickelte das progressive Material Garbadine und nutzte es für einen sportlich-funktionalen Mantel. Typisch ist der weite Schnitt mit zwei Knopfreihen, der von einem Gürtel gehalten wird. Hinzu gesellen sich Schulterklappen für etwaige Abzeichen und D-Ringe für die Befestigung von Ausrüstung.

Mit der wasserabweisenden und praktischen Art empfahl sich der Trenchcoat für militärische Einsätze, blieb aber dennoch ausgesprochen kleidsam. Deshalb griffen Legenden wie Humphrey Bogart oder Filmhelden wie Columbo zu dem Erfolgsmodell der britischen Traditionsmarke.

Nach wie vor ist der Trenchcoat ein stilistisches Bekenntnis, das von vielen Designern neu interpretiert wurde. Dennoch geht nichts über ein Original, dessen Innenfutter mit Check-Karomuster eindeutig klärt: Es ist ein Burberry.

Ulster – langer, gerader Wintermantel

Dieser Mantel reicht bis zu den Waden, ist etwas weiter ausgestellt und mit zwei Knopfreihen versehen. Markant sind die Manschetten an den Ärmeln und die aufgesetzten Taschen. Dicke Wollstoffe beim Obermaterial treffen auf ein wärmendes Innenfutter, was die originäre Bestimmung des Modells verrät.

Der Ulster war ein robuster Mantel, der den Gentleman für Reisen und sportliche Missionen ausstattete. Im Vergleich zu den Funktionsjacken der Gegenwart wirkt der Ulster sehr schick und eine Spur nostalgisch. Soweit der Ulster aus feineren Stoffen gefertigt ist, kann er eine exzellente Alternative zum Chesterfield sein. Das gilt besonders dann, wenn Defizite beim Fitnesstraining den taillierten Mantel in die Warteschleife verweisen.

Die richtige Wahl des Mantels

Welcher Mantel das Rennen macht, ist eine Frage des persönlichen Stils und der angedachten Nutzung. Grundsätzlich präsentiert sich dieses Element der Oberbekleidung derzeit übergroß und wird lässig getragen.

Doch Vorsicht: Dieses trendige Stilelement ergibt sich aus den aktuellen Schnitten. Damit ist keineswegs gemeint, dass zu einem unpassenden Modell fern der eigenen Konfektionsgröße gegriffen wird. Bei dieser Strategie geraten auch andere Maße, zum Beispiel die Ärmellänge, aus den Fugen und nehmen dem Mantel seine Klasse.


Bildnachweis: Thinkstock / Digital Vision / Ryan McVay


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