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Officine Panerai: Von der Nische zum Trendsetter

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Wenn ein Unternehmen seit deutlich über 100 Jahren am Markt besteht, exquisite Kundschaft hat und jede Menge Patente auf den Markt bringt, die für eine ganze Branche wegweisend werden, ist es ganz sicher als Erfolgsfirma zu bezeichnen.

Officine Panerai Uhren

Wenn aber plötzlich weit nach dem dreistelligen Konzernjubiläum ein Hollywoodstar aus eigener Motivation heraus zum Werbeflaggschiff avanciert und in der Folge die Produkte sowie die Produktion einen wahren Boom erleben, dann kann von einer wundersamen Entwicklung gesprochen werden. So ist es Officine Panerai ergangenen, nachdem der italienischstämmige Schauspieler Sylvester „Sly“ Stallone Mitte der 1990er Jahre seine Begeisterung für Luxusuhren aus dem Hause Panerai öffentlich machte. Die gerade erst lancierte Luminor Logo wurde blitzschnell zum Must-have für Uhrenliebhaber.

Angefangen hat für Panerai alles in der Toskana. In Florenz gründete der Uhrmacher Giovanni Panerai 1860 seinen eigenen Werkstatt- und Geschäftsbetrieb mit angeschlossener Uhrmacherschule. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erregt das junge Unternehmen die Aufmerksamkeit der italienischen Marine und wird zum Stammlieferanten von hochpräzisen Messinstrumenten wie Rechenmaschinen, Kompasse, Zeitzünder oder Tiefenmesser. Während der Zusammenarbeit entwickelt Officine Panerai eine fluoreszierende Substanz, die es möglich macht Ziffernblätter herzustellen, die in völliger Dunkelheit gelesen werden können. Der Name des Leuchtstoffes „Radiomir“ steht Pate für die weltweit erste Uhr für militärische Kampfschwimmer. Der Prototyp wird am Vorabend des Zweiten Weltkrieges fertig gestellt.

350 Exemplare werden bis 1993 gefertigt. Und bis 1993 dauert es, bis Panerai die erste eigene öffentliche Kollektion heraus bringt. Die wird zum Renner. Dank Sly Stallone und etlichen Film-„Auftritten“ in Blockbustern wird Panerai binnen weniger Jahre zu einem der beliebtesten Hersteller von hochwertigen Uhren weltweit. Ein Trend, der bis heute anhält. So gibt es in vielen Ländern Fanclubs des Uhrenherstellers. Die „Paneristi“ treffen sich regelmäßig und tauschen sich über ihre Leidenschaft aus.

Die Officne Panerai Uhren Kollektionen

Wie die allermeisten renommierten Hersteller von Luxusuhren hat auch Panerai die Produktion inzwischen komplett in die Schweiz verlagert. Seit einigen Jahren gehört Panerai zum schweizerischen Luxusgüterhersteller Richemont. Ein italienisches Unternehmen mit Geschäftssitz in Mailand ist Panerai aber geblieben. Die Uhrwerke stammen zunehmend aus dem eigenen Haus, werden häufig aber auch noch von der ETA SA Manufacture Horlogère Suisse zugekauft. Seit 2002 besitzt Officine Panerai in Neuchâtel am Neuenburgersee, eine Stadt mit langer uhrmacherischer Tradition, eine eigene Manufaktur. Die Kollektionen sind, passend zur bewegten und ebenfalls zweigeteilten Firmengeschichte, überwiegend in zwei Segmente unterteilt.

Zwei Modelle bestimmen die Kollektion

In beiden Kollektionen treffen das bewährte italienische Design und die Ursprünge der Marke aufeinander. Während sich die Uhren jeweils an ihren berühmten Vorgängern orientieren, gibt es inzwischen in den beiden Kollektionen viele verschiedene Modelle. Da sind zum einen die Neuauflagen der ursprünglich 1936 vorgestellten Radiomir. Das historische Gehäuse mit verschraubter konischer Aufzugsschraube ist natürlich immer noch absolut wasserdicht und nicht nur bei jedem Meeting, sondern auch bei jedem Tauchgang der perfekte Begleiter.

Schon im Schwarzenegger-Film Eraser war eine Luminor mit ihrem Markenzeichen, der Kronenschutzbrücke, die vor Beschädigungen dieses sensiblen Uhrenteils schützt, Blickfang. Nachdem Panerai 1949 seine Leuchtstoff-Forschung erfolgreich weiterbetrieben und den Radiomir-Nachfolger Luminor vorgestellt hatte, wurde die Nachfolgeuhr präsentiert. Die Radiomir gibt es auch in der 1940er-Serie, die Luminor als 1950er. Beide Modelle sind von den ersten Nachfolgern der Klassiker inspiriert, die damals mit technischen Neuerungen und noch besserer Verarbeitung lanciert wurden. Die 1940er zeichnet sich vor allem durch deutlich stärkere Armbandhalterungen aus, zudem ist das Armband leichter zu wechseln. Die Radiomir 1940 ist gestalterisch die Brücke zwischen der klassischen Radiomir und der ersten Luminor. Die Bandanstöße am Gehäuse der Luminor 1950, deren Form deutlich moderner ist als die der kissenförmigen Radiomir, ist aus einem einzigen Metallstück gefräst.

Officine Panerai: Historische Modelle

Die 1993 vorgstellte Mare Nostrum, von der einige Modelle zwei Jahre später für die Serie Slytech umgearbeitet wurden. Die Luminor Base, die Mitte der 1990er Jahre den Trend zu größeren Armbanduhren vorzeichnete. Sie ist auch mit links liegender Krone für Linkshänder zu bekommen. Die Luminor Marina mit zusätzlichem Zeiger für die kleine Sekunde.

Officine Panerai: Zeitgenössische Modelle

Die Luminor Marina Automatic, mit dem für Panerai so typischen großem Ziffernblatt und Zeiger für die kleine Sekunde, wurde Mitte der 1990er Jahre eine Stilikone. Ursprünglich für die ägyptische Marine hergestellt wurde die Luminor Submersible mit besonders leichtgängigem Mechanismus zum Austauschen des Armbands. Es gibt sie auch als Luminor 1950 Submersible 1000M und ist dann, nomen est omen, bis 1000 Meter wasserdicht.

Die Luminor GMT zeigt die Zeit zweier Zeitzonen an. Mit kleiner Sekunde, Gangreserve- und Datumsanzeige ist die Luminor Power Reserve versehen. Als weitere Reminiszenz an Sylvester Stallone kommt der Chronograph Luminor Chrono Daylight mit Tachymeter daher.

Ebenfalls ein Chronograph ist die Panerai Luminor 1950 Flyback, mit Fliegender Nullstellung. Die Luminor 1950 Rattrapante ist sogar ein Doppelchronograph mit zweitem Stoppzeiger. Mit einem Automatikwerk ausgestattet ist die Radiomir Black Seal Automatic. Der Radiomir Chronograph kann mit zwei Zählwerken Minuten und Sekunden einzeln aufstellen. Zudem ist eine ganze Reihe von Panerai-Uhren mit den neuen hauseigenen Manufakturwerken in der Reihe Manufattura erhältlich. Des Weiteren sind diverse Special Editions erschienen.

Fünf Jahre lang bestand zwischen 2005 und 2010 eine Ehe zwischen den beiden italienischen Top-Marken Panerai und Ferrari. Die beiden Linien aus der Zeit, die sportlich-elegante Granturismo und die robustere Scuderia, wurde unter dem Titel Ferrari Engineered by Officine Panerai vermarktet.

Der Tradition treu, den Blick vorwärts gewandt

Die Marke Officone Panerai ist nach Jahrzehnten der engen Zusammenarbeit mit Eliteeinheiten verschiedener Nationen eng mit Schifffahrt und Tauchen verbunden. So bringt das Unternehmen nicht nur jedes Jahr neue Modelle auf den Markt, die in dieser Tradition stehen, sondern sponsert Atlantik-Wettfahrten, hat eine vierjährige Weltumseglung unterstützt und richtet eigene Regatten aus. 2001 ist Panerai auch wieder an den Ursprungsort zurückgehkehrt. Das Stammhaus in Florenz wurde zurück gekauft und in eine Boutique umgewandelt.

Weltweit gibt es gut 50 Boutiquen sowie ein weit verzweigtes Händlernetz mit vielen Hundert Standorten. Obwohl Panerai im Vergleich mit anderen Herstellern von Luxusuhren erst kurze Zeit auf dem öffentlichen Markt ist, ist sie längst eine der beliebtesten und am höchsten gehandelten Marken geworden. Die Langlebigkeit der Materialien, die in aufwändigen Tests geprüft wird, und das sich von der Konkurrenz abhebende Design mit Schwerpunkt auf große Ziffernblätter haben sich durchgesetzt.

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