Uhren

Piaget: Der Goldschmied unter den Uhrmachern

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In einem kleinen Bergdorf im Schweizer Jura schien die Zeit Ende des 19. Jahrhunderts stehen geblieben zu sein. Die Familie des 19-jährigen Georges Édouard Piaget beackerte ihren Bauernhof im kleinen Dorf La Côte-aux-Fées wie eh und je. Es war nicht daran zu denken, dass dieser Bergbauernhof einmal in die Geschichtsbücher eingehen würde.

Piaget Uhren

1874 wurde hier der Grundstein für ein Unternehmen gelegt, das schon seit Jahrzehnten zu den weltweit führenden Herstellern von Luxusuhren und Schmuck zählt. Der junge Uhrmacher richtete sich damals hier sein „Ateliers de la Côte-aux-Fées“ ein und begann hochpräzise Uhrwerke für namhafte Marken zu fertigen. Binnen weniger Jahre schallte sein guter Ruf weit über die Berge hinaus. Als Georges Édouard Piaget 37 Jahre nach der Gründung das Geschäft an seinen Sohn Timothée übergibt, sind Uhrwerke aus dem Hause Piaget in aller Welt angesehen – wenngleich der Familienname erst 1943 als Marke eingetragen wird. Im selben Jahr, 1911, beginnt die Herstellung von Armbanduhren.

Das Unternehmen entwickelt sich so erfolgreich, dass 1945 eine zweite Manufaktur eröffnet wird. Im deutschen Offenbach kommt 1961 die erste Auslandsfiliale hinzu. In den folgenden Jahren manifestiert Piaget seinen guten Ruf, baut ihn aus und fertigt einige der aufsehenerregendsten Uhrenmodelle aller Zeiten. Darunter zahlreiche ultraflache Uhren, die zu einem Markenzeichen der Manufaktur werden. Ebenso wie Piaget dafür berühmt ist hochwertige Edelsteine zu verbauen. Heute besitzt Piaget das größte Goldschmiede-Atelier in der an Uhrmachern reichen Region um Genf und gilt weithin als Goldschmied unter den Uhrmachern.

Piaget Kollektionen: Ultraflach oder diamantbesetzt

Mit Uhrwerken für andere Hersteller hat alles begonnen, doch seit 1943 macht Piaget auch eigene Uhren. Und es dauerte nicht lange, da stellte Piaget die Welt der Uhrmacher gehörig auf den Kopf. Die ultraflache Uhr war eine bahnbrechende Weiterentwicklung für die gesamte Branche. 1957 brachte Piaget das zur Legende gewordene Kaliber 9P auf den Markt. Ein Uhrwerk mit Handaufzug, das nur unglaubliche zwei Millimeter maß. 1960 folgte das Kaliber 12P, mit 2,3 Millimeter Höhe das dünste Automatikwerk der Welt.

Nachdem Piaget in den 1960er Jahren mehrere Goldschmiedeateliers in Genf dazu gekauft hatte begann die Entwicklung prachtvoller Schmuckuhren. Doch auch das Modell Polo, dessen Gehäuse komplett in das Armband integriert war, wurde zum Trendsetter. 2010 folgten das flachste Automatikwerk sowie die flachste Automatikuhr der Welt. 2012 wurde das neue Uhrwerk sogar als skelettierte Version vorgestellt. Doch Entwicklung und Forschung blieben Antriebsfedern des Unternehmens. Über 30 neue Uhrwerke brachte Piaget alleine in den vergangenen zehn Jahren heraus. Darunter Uhren mit anspruchsvollen Komplikationen oder einen Flyback-Chronographen. Aktuell lassen sich Uhren aus dem Hause Piaget in zehn Kategorien gliedern.

Außergewöhnliche Modelle

Ultraflache Modelle, Uhren besetzt mit weit über 100 Diamanten und 800 Brillanten oder ausgestattet mit besonders schwierigen Komplikationen, mit extragroßem Gehäuse, Gehäusen in Kissenform, Armbänder besetzt mit eintausend Diamanten, Rotoren aus Platin. Diese und viele andere Besonderheiten besitzen einige Uhren aus dem Hause Piaget. Oder auch nur ein einzelnes Modell. All diese Vorzüge vereint die Piaget Emperador in Kissenform. Selbstverständlich ein Einzelstück, weltweit ohne Doppelgänger. Dieses und andere außergewöhnliche Sondermodelle sind für Liebhaber von Luxusuhren mit allerhöchstem Anspruch.

  • Altipano
    Zur Kollektion Altipano, bekannt für ihre Handaufzugsmodelle, gehört das flachste mechanische Uhrwerk weltweit. Es misst gerade einmal 2,35 Millimeter. Weitere Finesse dieser Kollektion sind die teilweise skelettierten Uhren, die einen direkten Blick auf das arbeitende Uhrwerk ermöglichen. Die meisten Modelle besitzen eine Kleine Sekunde bei Zehn Uhr. Ein weiteres Herausstellungsmerkmal von vielen Piaget-Uhren. Zudem gibt es Uhren, deren Ziffernblatt unter dem Saphirglas aus einem Kunstwerk aus Email oder Lapislazuli besteht. Die Reihe Altipano besteht aus mehreren Dutzend, sich stark voneinander unterscheidenden Modellen. So gehören sogar Schreibtischuhren zur Kollektion.
  • Black Tie / Emperador
    Fast ebenso abwechslungsreich ist die Kollektion Black Tie. Die Armbanduhren sind stets ausgestattet mit Lederarmband. Piaget zählt heute auch die Emperador, deren Gehäuse durch gerade Formen besticht, zu dieser Kollektion. Die Emperador Coussin verfügt seit 2008 über einen ewigen Kalender mit Komplikationswerk samt zweiter Zeitzone.
  • Dancer
    In dieser Auswahl sind die zeitlosen und traditionellen Uhren vereint. Das maximal 38 Millimeter große Gehäuse und das Armband sind zumeist puristisch gehalten und überwiegend aus demselben Material gefertigt.
  • Kreative Kollektionen
    Ungewöhnliche Formen, außergewöhnliche Materialkompositionen und Uhren deren Eleganz ihr Gleichen suchen sind das Ergebnis, wenn Goldschmiede und Uhrmacher aus dem Hause Piaget ihr Können vereinen und Armband- oder Manschettenuhren entwerfen. Zudem führt Piaget die Kollektionen Limelight und Posession, die sich vor allem an Damen richtet, die ein Schmuckstück und eine hochpräzise Uhr vereint wissen möchten.
  • Piaget Polo
    Die Kollektion Piaget Polo ist die sportlichste aus dem Traditionshaus und geht auf die erste Lancierung dieser Reihe 1979 zurück. Heute zählt die Polo zu den am häufigsten verkauften Uhren von Piaget. Doch auch zu dieser Kollektion gehören Modelle, die nur in geringer Stückzahl aufgelegt wurden. Vielfach verfügen die Uhren der Polo-Kollektion über mehrere Komplikationen und sind als Chronograph gebaut.
  • Weithin sichtbare Uhren
    Seit jeher verlassen traumhafte Schmuckuhren die Piaget-Manufaktur. Das Unternehmen genießt weltweit einen exzellenten Ruf wenn es um prunkvolle Uhren geht, deren Herstellung und Pflege höchste Handwerkskunst erfordert. Ein deutliches Zeichen der Anerkennung des Hauses Piaget setzte 1997 die Stadt Venedig, die Piaget mit der Restauration des berühmten Uhrenturms am Markusplatz betraute.

Blick in die Zukunft gehört zur Unternehmensstrategie

Piaget ist heute kein Familienunternehmen mehr, sondern gehört zum Schweizer Luxusgüterhersteller Richemont. Einschneidende Veränderungen gab es in der fast 140-jährigen Geschichte ständig. Und so gut wie immer zahlten sie sich für das Unternehmen und die Kunden aus. 2001 eröffnete Piaget eine zweite Manufaktur, um die positive Entwicklung weiter voranzutreiben. Am zusätzlichen Standort ist ein wahres Hochleistungszentrum der Uhrmacherkunst entstanden. Rund 40 Gewerke arbeiten hier Hand in Hand und entwickeln immer neue Uhrwerke und innovative Gestaltungsideen.

2013 gelang dem Unternehmen eine neue aufsehenerregende Entwicklung. Mit dem Uhrwerk 1290P wurde das flachste Kaliber mit Minutenrepetition vorgestellt. Trotz seiner über 400 Bauteile ist es nur 4,8 Millimeter hoch. Dabei gilt, dass Kreationen aus dem Hause Piaget eine nahezu unbegrenzte Lebensdauer haben. Pflege und regelmäßige Wartung vorausgesetzt. Dafür stehen bundesweit fast 50 Boutiquen mit hochqualifizierten Händlern und Uhrmachern zur Verfügung. Zu Piaget gehören insgesamt mehrere Hundert Boutiquen auf vier Kontinenten.

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