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Schönheitsoperationen bei Männern – Trenderscheinung oder Tabuthema?

Schönheitsop - Männer

Schönheitsoperationen sind auch – oder gerade – bei Männern immer noch ein Thema, das mit Vorurteilen belastet ist. Während es für Frauen mittlerweile gesellschaftlich fast vollkommen akzeptiert ist, werden Männer oft noch schief angeguckt, wenn sie sich Schönheits-OPs unterziehen.

Das ist auch kein Wunder, wenn in den Medien immer nur klischeehaft und aufreißerisch über das Thema berichtet wird: Männer, die aussehen wollen wie Barbies Freund Ken und dafür unzählige Eingriffe über sich ergehen lassen. Oder man denke nur an Jürgen Klopp, dessen Haartransplantation tagelang für Schlagzeilen sorgte.

Dass Männer deutlich seltener Schönheitsoperationen vornehmen lassen als Frauen, ist statistisch belegt: Laut einer Patientenbefragung der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) waren im Jahr 2017 nur 17,5 Prozent der Patienten Männer. Das ist allerdings der höchste Wert seit jeher und eine erhebliche Steigerung zum Vorjahr (12,1 Prozent).

Männer als besondere Zielgruppe von Schönheits-OPs

Interessant daran ist, dass der Anteil der Männer in den Jahren vor 2017 eigentlich zurückging: 2013 hatte er mit 17,1 Prozent sein Hoch erreicht und sank dann kontinuierlich. Diese Entwicklung könnte damit zusammenhängen, dass der Fitnesstrend – bei Männern als auch bei Frauen – seit einigen Jahren wieder präsenter ist, während in den 2000er Jahren der metrosexuelle Mann noch für viele als Vorbild galt.

Zwar lässt sich ein wohlgeformter Oberkörper auch operativ modellieren, aber richtige Muskeln entstehen nun einmal nur durch richtiges Training.

Der plötzliche Anstieg der Schönheits-OPs bei Männern zum Jahr 2017 könnte damit erklärt werden, dass die nichtinvasive Behandlung mit Botulinumtoxin Typ A, besser bekannt als Botox, bei Männern im Gegensatz zu Frauen immer beliebter wird und bei ihnen mittlerweile auf Platz zwei der häufigsten Operationen steht.

Die Industrie rund um die Schönheitschirurgie wird es freuen, dass Männer zunehmend für das Thema gewonnen werden können. Da Interesse am Äußeren traditionell eher Frauen zugeschrieben wird, sind männliche Patienten und ihre Bedürfnisse eine neue und immer wichtigere Zielgruppe in dieser Branche.

Was lässt Mann operieren?

Die Statistik der DGÄPC von 2016 zeigt auch, dass Beauty-OPs für Männer immer noch ein Tabuthema sind. Denn ganze 24 Prozent von ihnen gaben an, niemandem etwas über den Eingriff erzählen zu wollen. Bei den Frauen waren es nur knapp 12 Prozent. Wichtigste Ansprechpartner zu diesem heiklen Thema sind für den Großteil der Männer aber ihre Familie: 48 Prozent würden sich ihr anvertrauen, fast so viel wie bei den Frauen mit 55 Prozent.

Da der Austausch mit Geschlechtsgenossen unter Männern anscheinend schwierig ist, wird es Männer, die diesem Thema gegenüber aufgeschlossen sind, sicherlich umso mehr interessieren, welche Operationen bei Männern besonders häufig durchgeführt werden.

  • Auf Platz eins befindet sich schon seit mehreren Jahren die Augenlidkorrektur, 2017 machte sie 20,1 Prozent der Eingriffe aus.
  • Während die Gynäkomastiebehandlung im letzten Jahr noch Platz zwei belegte, ist sie dieses Jahr mit 11,5 Prozent auf den vierten Platz abgerutscht.

Da Männerbrüste eine große Belastung für viele Betroffene darstellen, befindet sich diese Behandlung stets auf den ersten Plätzen.

Abgesehen davon spielen bei männlichen Patienten oft berufliche Beweggründe eine Rolle bei der Entscheidung zur OP: Gerade mit zunehmendem Alter und den typischen Begleiterscheinungen wie Geheimratseckten, einem kleinen Bäuchlein oder Falten befürchten Männern gegenüber jüngeren Kollegen weniger dynamisch und leistungsfähig zu erscheinen.

Eine Schönheitsoperation muss aber nicht die einzige Lösung dafür sein. Sport, gesunde Ernährung und eine ausgewogene Lebensweise halten Körper und Geist auf natürliche Weise fit.


Bildnachweis: Thinkstock / YakobchukOlena


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