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Skigebiet Alta Badia: Hier wären auch die alten Römer schon gern Ski gefahren

Die Dolomiten sind ein Paradies für Urlauber, das das ganze Jahr über seine Pforten zum Ferienhimmel geöffnet hat. Wer sich gern sportlich betätigt, der kann hier im Sommer herrlich wandern oder auf die hohen, gezackten Gipfel hinaufkraxeln.

Ihren eigentlichen und ursprünglichsten Charme aber entfalten die „bleichen Berge“, wie die Dolomiten wegen ihres magnesiumhaltigen Kalksteins auch genannt werden, im Winter. Dann konkurrieren dort zahlreiche Skigebiete um die Gunst der Ski-begeisterten Besucher – sowohl derer, die selbst gern die Pisten hinabsausen, als auch derer, die sich ein Skirennen einfach nur gern ansehen.

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In den Dolomiten werden diverse internationale Abfahrtsrennen ausgetragen. Auch in der Alta Badia, einem der interessantesten Skigebiete in den Dolomiten, kommen aktive wie passive Skifreunde gleichermaßen auf ihre Kosten.

Alta Badia – Mehr als nur ein Skigebiet!

Doch hier, zwischen Bozen und Cortina d’Ampezzo, zwischen Bruneck und Belluno sind Pisten, Abfahrten, Lifte und Après-Ski-Hütten, nur ein Teil der winterlichen Faszination. Denn die Alta Badia hat darüber hinaus auch noch vieles zu bieten, was es sonst nirgendwo im UNESCO-Welterbe Dolomiten, geschweige denn sonst auf der Welt gibt.

Den Menschen in diesem Gebiet ist es gelungen, eine Spitzendestination für Skisportler aus aller Herren Länder zu schaffen und dabei gleichzeitig ihre viele Jahrtausende zurückreichenden Wurzeln nicht zu verleugnen. Davon zeugt mit dem Ladinischen nicht nur eine ganz eigene Sprache, die sich hier erhalten hat.

Davon zeugen auch eine unverwechselbare Architektur, liebevoll und stolz gepflegte Traditionen, ein herausragendes Kunsthandwerk sowie eine Küche, die keinen Vergleich mit anderen alpenländischen Köstlichkeiten zu scheuen braucht.

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Allerdings hat auch Italien auf diese Region abgefärbt. Aber von fröhlichen Menschen, schicker Mode und der einen oder anderen Trattoria lässt sich doch sicher niemand abschrecken, oder?

Für die Anreise gilt: Viele Wege führen nach Alta Badia

Um das einmalige Skigebiet Alta Badia aber genießen und erfahren zu können, muss man natürlich erst einmal hinkommen. Wer mit dem Auto fahren möchte und aus Richtung Norden kommt, der reist über die Brennerautobahn an. Von dort aus geht es entweder über die – mautpflichtige! – italienische Autobahn oder über gut ausgebaute Landstraßen weiter.

Dolomiten - Die bleichen Berge
So oder so sollte aber die Ausrüstung stimmen. Alta Badia liegt auf einer Höhe von 1160 bis 1650 Meter über Normallnull. Im Winter fällt also oft und viel Schnee. Von Mitte November bis Mitte April besteht deshalb auf allen Straßen in Südtirol eine strenge Winterreifen- und Kettenpflicht.

Wer mit dem Zug kommt, der muss sich darüber natürlich keine Gedanken machen. Diese Besucher brauchen lediglich zu entscheiden, wo sie aussteigen möchten. Die zur Alta Badia nächst gelegenen Bahnhöfe sind Bruneck (38 Kilometer entfernt), Brixen (70 Kilometer) und Bozen (je nach Streckenführung zwischen 70 und 100 Kilometer). Bruneck ist nicht nur der nahegelegenste Bahnhof; von dort aus gibt es auch die meisten Busse in das Skigebiet. Natürlich stehen aber auch Taxis und Hoteltransfers von allen Bahnhöfen aus zur Verfügung.

Für Besucher, die von weiter her kommen, bietet sich oft ein Flug als beste Anreisemöglichkeit an. Dann können folgende internationale und regionale Flughäfen gewählt werden: Vom Flughafen Bozen (BZO) sind es 100 Kilometer bis in die Alta Badia; von Innsbruck (INN) 130 Kilometer, von Venedig/Treviso (TSF) 180 Kilometer, von Venedig Marco Polo (VCE) 200 Kilometer, von Verona (VRN) 215 Kilometer, von Mailand/Bergamo (BGY) 310 Kilometer, von Mailand Malpensa (MXP) 400 Kilometer und schließlich von München (MUC) 330 Kilometer. Von den Flughäfen aus geht es dann mit der Bahn zu einem der oben empfohlenen Bahnhöfe weiter.

Hochsaison und Nebensaison: Übernachtung zu jeder Jahreszeit und in jeder Hotel-Kategorie

Alta Badia hat immer Saison – aber natürlich nicht immer Hochsaison. Da sehr viele Besucher Weihnachten und den Jahreswechsel in diesem Winterparadies verbringen wollen, gilt die Zeit vom 21. Dezember bis zum 6. Januar als Top-Hochsaison. Unterkünfte jeder Kategorie sollten dann unbedingt vorbestellt werden und der Gast muss vom bescheidensten Gasthaus bis zum nobelsten Sternehotel mit entsprechenden Preisen rechnen. Die normale Hochsaison beginnt spätestens am 30. Januar und dauert bis Mitte März. Auch hier kann eine Reservierung der Unterkunft nur empfohlen werden.

Alta Badia ist Teil der Region Dolomiti Superski, die Skisportler und Winterurlauber aus der ganzen Welt anzieht. Wer keine unschöne Überraschung erleben möchte, der bucht deshalb auch in den – theoretischen - Nebenzeiten vom 6. bis 13. Januar sowie ab Mitte März, die Unterkunft vor.

In der Nebensaison sowie in einigen Wochen im Sommer sind ganz einfache Zimmer schon ab etwa zehn Euro pro Person und Nacht zu haben. Nach oben gibt es keine Grenzen. Alta Badia bietet vom Gasthauszimmer über Pensionen, Frühstückhotels bis hin zu eleganten und luxuriösen Hotels wie dem Hotel Sassongher alles, was das Herz begehrt und die Geldbörse hergibt.

Pisten, Lifte und Wettbewerbe von Weltklasse

130 Pisten in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden und ein Netz von über 50 bequemen und schnellen Liften – Alta Badia ist ein wahrlich gut bestücktes Skigebiet. Noch besser aber wird die Statistik, wenn man die 500 Pistenkilometer des Gesamtraumes „Dolomiti Superski“ miteinbezieht, an die Alta Badia direkt angebunden ist.

Die Infrastruktur ist wirklich hervorragend. Von Skischulen für die Allerkleinsten (und natürlich auch für erwachsene Anfänger) bis hin zu schwarzen Abfahrten für echte Könner hat das Skigebiet Alta Badia alles in petto.

Skiweltcup Riesenslalom
Skiweltcup-Riesenslalom: Die Gran Risa Piste in La Villa in Alta Badia

Zu den herausragenden Strecken für erfahrene alpine Skifahrer zählen die schwarze Piste Vallon-Boè sowie natürlich die Riesenslalom-Strecke Gran Risa in La Villa. Hier bekommen selbst weit gereiste Gäste noch glänzende Augen!

Coole Skipässe und heiße Preise

Apropos La Villa. Der Ort ist einer von mehreren Standorten mit einem so genannten Skipassbüro. Die Skipässe sind mit intelligenter Mikrochiptechnologie ausgerüstet und erlauben sportliches Vergnügen und ungehinderten Zugang ohne dass die Handschuhe ausgezogen werden müssten und so die Hände kalt werden könnten.

Den Skipass gibt es in zwei Ausführungen:

Der Alta Badia Skipass berechtigt zur Nutzung von 130 Pistenkilometern zwischen Corvara, Colfosco, San Cassiano, La Villa und Badia und bis zu den Pässen Campolongo, Falzarego und zum Grödner Joch Ski. Er gilt für 53 Lifte und wird vor allem für Kinder, Anfänger und gemütliche Skifahrer empfohlen.

Mit dem Skipass Dolomiti Superski haben Skifahrer über die Pisten von Alta Badia hinaus auf der Sella Ronda direkten Zugang zu 500 Pistenkilometern, die im Skigebiet rund um den Sellastock liegen. Dazu gehören auch die Skigebiete im Raum Cortina d’Ampezzo und Kronplatz. Der Pass gilt zudem als Einstieg in die Gebirgsjäger Skitour.

Dolomiti-Superski-Pistenplan
Schauen Sie sich hier interaktive Pistenpläne des Skigebiets genauer an…

Insgesamt berechtigt der Dolomiti Superski Skipass zur Nutzung von 1200 Pistenkilometern und 450 Aufstiegsanlagen. Mit diesem Pass kommen erfahrene Skisportler voll auf ihre Kosten. Auch bei einem mehrwöchigen Skiurlaub in dieser Region der Dolomiten wird es damit nie langweilig.

Selbst im Skiurlaub ist Skifahren nicht alles

Einer der beliebtesten Urlaubsorte in der Alta Badia ist Corvara. Auch, wer woanders untergekommen ist, sollte dem Ort einen Besuch abstatten. Corvara liegt nicht nur privilegiert direkt an der Sella Ronda, er ist auch so etwas wie die Wiege des Tourismus in dieser Region. 1938 wurde hier der erste Schlittenlift installiert. 1947 wurde „Col Alto“, wie der Schlittenaufzug genannt wurde, durch einen Sessellift ersetzt – übrigens den ersten in ganz Italien.

Alta Badia steckt voller Bezüge zur Vergangenheit – und die meisten davon sind deutlich älter als der „Col Alto“. Vor rund 2000 Jahren wurde das Gebiet von den Römern „entdeckt“. Skifahren war damals noch nicht angesagt. Stattdessen trachteten die Söldner danach, das Gebiet der Räter zu einem Teil des Römischen Reiches zu machen. Das gelang ihnen auch. Die Sprache der Räter und das Latein der Römer vermischten sich mit der Zeit und sind die Grundlage für das Ladinisch, das bis heute von den Einheimischen gesprochen wird.

Wer mehr über die Geschichte, die Sprache und die Kultur der ladinischen Täler in den Dolomiten erfahren möchte, dem sei das Museum „Ladin Ciastel de Tor“ in St. Martin in Thurn ans Herz gelegt. Darüber hinaus lohnt es sich, die außergewöhnlich vielen Kunstgalerien und Geschäfte mit Kunsthandwerk dieser Region kennenzulernen.


Weiterführende Links:


Bildnachweis: Tourismusverband Alta Badia


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