Fashion & Style

Was gab es bei der Fashion Week Berlin für Männer?

Die Boulevardblätter berichteten ausführlich von den Designern, Stars und Sternchen beim Metropolitan Modeevent der deutschen Bundeshauptstadt. Feminine Textil-News von den Laufstegen wurden ebenso aufgespürt wie das Stelldichein der Prominenz.

Welche modischen Tendenzen für Männer prophezeit eine Trend-Schau, bei der ein Autohersteller als Hauptsponsor auftritt? Diese Frage bleibt meistenteils unbeantwortet. Woran liegt es? Ganz einfach: Wenngleich es sich um eine Fashion-Show für Damen- und Herrenmode dreht, sind die maskulinen Kollektionen deutlich unterrepräsentiert. Dennoch gibt es hier eine Quintessenz der Berliner Looks für die Wintersaison 2014.

Von der Farbenvielfalt und textilen Kampfansagen

Tendenzielle Einigkeit besteht hinsichtlich des Farbspektrums. Diese Nuancen waren auffallend häufig zu sehen:

  1. Schwarz
  2. Grautöne
  3. Bordeaux
  4. Aubergine

Viele Jungdesigner scheinen das Genre „Streetwear“ wortwörtlich zu nehmen. Sicher möchte keiner den Kreativen zu nahe treten, aber einige Kollektionen gehen die Sache eine Spur zu rebellisch an und lassen Assoziationen mit Guerilla-Kämpfern oder Parkbank-Bewohnern zu. Sicher finden sich Fans für die mutigen Looks mit einer Art Hosenrock von Mads Dinesen oder den eher düsteren Military-Stil von Sopopular.

Extravagante Crossoverrs für legere Gelegenheiten

Gewagt und durchaus tragbar sind die Styles von Michael Michalsky. Hier fällt ein extravagantes Material-Stil-Crossover ins Auge. Beispielsweise verschmelzen sportliche Schnitte, grobe Ketten und feinster Zwirn der Business-Garderobe zu einer Hose.

Ivanman fällt mit schlicht puristischen Ideen auf, die auf lauten Pomp verzichten. Gefällig ist auch der Stil von Marco Stone, der mit kräftigem Blau und Strickelementen überrascht. Die Kollektionen dieser Designer und Labels haben durchaus das Potenzial den winterlichen Freizeit-Auftritt modebewusster Männer anzuheizen.

Welche Herren Kollektion der Fashion Week 2014 verdient den Gentleman-Aplaus?

Fürs Business und den gepflegten Stil hebt sich ein Talent besonders hervor. Jennifer Bachmann steckte erst das Architektur-Diplom in die Tasche und nahm dann das künstlerische Feld der Herrenmode ins Visier. Ihre Mission: Postclassical Manswear. Diese Vita wirkt sich äußerst positiv auf die Formsprache und den Umgang mit Stilelementen der Epochen aus. Auch bei ihr sind diverse Graunuancen, Schwarz und Bordeaux zu sehen.

Auffallend schick wird der klassische Frack zitiert und mit einem modernen Herrenhemd oder Sakko vereint. Auch der Trenchcoat freut sich bei ihrer Kollektion über eine gelungene Hommage. Bei jedem Teil – wie die Branche kunstvolle Textilien nennt – zeigt sich das Modeverständnis des jungen Labels aus Halle an der Saale: Klassiker werden innovativ interpretiert, wobei die Qualität der Materialien, die zeitlos tragbare Eleganz und der Tragekomfort zentrale Rollen spielen. Nachhaltig schick und außergewöhnlich – das gefällt dem Gentleman von heute.

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