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Wein-Tasting: Geheimnisvolles Vergnügen für Genießer

Wein-Tasting

Kaum ein Getränk ist derart facettenreich wie der Wein. Dabei handelt es sich vereinfacht betrachtet lediglich um die Quintessenz, die sich aus vergorenen Früchten ergibt. Umso beeindruckender ist es, wie unterschiedlich das Ergebnis ausfallen kann.

Die verwendeten Rebsorten sind dabei ebenso entscheidend wie die konkrete Lage des Weinguts und die Art des Ausbaus. Deshalb lohnt es sich, Weine nicht nur als Begleiter fürs Dinner zu betrachten, sondern jedes einzelne Produkt der Weingüter neugierig zu verkosten. So erschließt sich schnell, warum antike Kulturen durch den Genuss von Wein die Nähe zu Gott suchten.

Insbesondere beim vergleichenden Tasting stecken hochwertige Kreationen aus den Winzereien voller Geheimnisse und erzählen Geschichten, die ganze Abende füllen können. So verspürt der Weinkenner selbst dann keine Langeweile, wenn er ganz allein mit einem vorzüglichen Tropfen am Kaminfeuer verweilt.

Aha-Erlebnisse dank der fachkundigen Unterstützung der Sommeliers

Jedem Liebhaber eines gehobenen Lebensstils, der mit wunderbaren Erfahrungen gespickt ist, sollte sich die endlos scheinende Vielfalt an Weinen nicht entgehen lassen. Der Facettenreichtum kann den Einsteiger schnell irritieren, sodass schon die Entscheidung für einen Wein wie ein Buch mit sieben Siegeln scheint.

Wer das köstliche Neuland dennoch für sich erobern möchte, benötigt einen versierten Reiseführer oder Coach. Beispielsweise bietet sich der Besuch eines Seminars bei einer Weinschule an. Alternativ stellt sich der Gentleman gleich der Praxis und verlässt sich bei der treffenden Wahl auf Experten.

Der versierte Sommelier fischt in verschiedenen Regionen der Welt nach den beachtenswerten Perlen in den Kellern namenhafter Winzer. So verdeutlicht beispielsweise ein Potpourri aus dem Sortiment von Wine and Waters den einzigartigen Stil französischer Winzer, ohne die traditionsreichen oder jungen Weingüter selbst zu besuchen.

Recherchen zur Herkunft und Seele eines Weines

Auch der unkundige Genießer sollte sich beim privaten Wein-Tasting etwas Zeit für die vielen Details nehmen, die dem ausgewählten Tropfen seinen Charakter verleihen. So stellt sich mit der Zeit ein Gespür für das Besondere ein und der Laie avanciert zum Weinkenner.

Bereits das Etikett liefert viele Anhaltspunkte, um neugierig die Hintergründe des ausgewählten Produkts zu recherchieren. Es ist eine gute Idee, vor der Verkostung eine virtuelle Studienreise zu unternehmen.

Die klimatischen, geographischen und geologischen Bedingungen von Weinländern wie Deutschland, Italien, Argentinien oder Südafrika wirken sich ebenso auf das Geschmackserlebnis aus wie der Anbau der Rebsorten und der Ausbau des Weins. Hierbei spielen sowohl kulturelle Traditionen als auch progressive Ideen junger Winzer eine Rolle.

Zum Beispiel legt das Weinland Frankreich besonders viel wert darauf, dass sich die klimatischen Bedingungen und der Charakter des Bodens von Anbauregionen wie Loire, Bordeaux oder Provence beim Tasting wahrnehmen lassen.

Beispielsweise liegt das Wirkungsfeld des Winzers Daniel Chotard in der kleinen Gemeinde Reigny im Weinbaugebiet Loire. Mit dem dortigen Klima und dem sowohl kalkhaltigen als auch lehmigen Böden harmoniert die Rebsorte Sauvignon wunderbar.

Die Weißweine aus den meist früh gelesenen Trauben lassen Assoziationen mit Stachelbeeren zu und neigen dazu, sehr herb, alkoholhaltig und schwer zu sein. Dementsprechend ist es eine Kunst, die feinen Seiten aus der Sauvignon-Traube herauszukitzeln, um einen ausdrucksstarken und ausgewogenen Weißwein zu produzieren. Dabei sind der konkrete Standort der Reben, der Zeitpunkt der Lese und die einzelnen Schritte beim Ausbau bedeutend.

Sogar kleinere Weingüter skizzieren die Eigenschaften der Region, die Philosophie beim Ausbau und ihre kulinarischen Visionen sehr anschaulich im Internet.

Wertvolle Experten-Tipps für den vollendeten Weingenuss

Wer sich mithilfe des Etiketts, der Erläuterungen des Weinhändlers und dem WorldwideWeb ein kompaktes Wissens-Backup zu den Rahmenbedingungen des ausgewählten Weins gönnt, geht an die Verkostung bereits ganz anders heran.

Einerseits freuen sich die Sinne schon darauf, das Typische der Rebsorte und Region aufzuspüren oder den ungewöhnlichen Stil eines Weinguts zu erleben.

Andererseits begegnet der Gaumen dem Getränk sehr respektvoll, das mit viel Liebe zum Detail und einem enormen Arsenal an Fachwissen entstanden ist. Nicht zuletzt bietet jeder herausragende Wein mit seinen Aromen die Gelegenheit zu einer Phantasiereise durch die landschaftlich schönsten Regionen der Welt.

Damit sich diese Kräfte vollends entfalten können, sollten sich Laien an die Ratschläge des Weinhändlers halten, was die fachgerechte Lagerung, die Temperatur bei der Verkostung und das optimale Glas betrifft. Gleichermaßen wertvoll sind Tipps der Experten, die sich auf das Ambiente oder das kulinarische Programm beim Tasting beziehen.

So können sich einige Weißweine aufgrund ihrer Leichtigkeit und Frische für den lauen Sommerabend auf der Terrasse empfehlen, während die Güte eines ausdrucksstarken Seelenwärmers erst in der kühlen Jahreszeit richtig zur Geltung kommt. Die begleitenden Speisen können dominante Aromen des Weins angenehm harmonisieren oder spannende Nuancen gekonnt hervorheben.

Augenschmaus – Fokus auf die Farbe dees Weins

Nach dem Einschenken würdigt der Weinkenner zunächst die Farbe des Getränks. Ein Weißwein kann sich beinahe transparent, zitronengelb oder in einem satten Gold präsentieren, das an Edelmetall erinnert. Hell leuchtende Nuancen sind beim Rotwein ebenso denkbar wie ein kräftiges Aubergine oder eine dunkle Farbe, die urigen Holzarten ähnelt. So ergeben sich erste Vermutungen, was die Rebsorte oder die Herkunft angeht, und Erwartungen, die durch die Weinprobe untermauert oder auf den Kopf gestellt werden können.

Der Wein als Dufterlebnis

Ein hervorragender Wein bezieht alle Sinnesorgane mit ein. Deshalb lohnt es sich den Geruch des gereichten Getränks bewusst wahrzunehmen. Nach dem Einschenken bahnen sich flüchtige Substanzen den Weg zur Nase. Dabei handelt es sich um einen fortlaufenden Prozess. Deshalb kann sich der Duft während dem Tasting verändern oder intensivieren.

Vielleicht kitzelt eine sehr präsente Säure sanft das Riechorgan oder der Charakter einer Frucht sucht das Rampenlicht, um die Vorfreude des Gaumens zu schüren. Insbesondere die Wahrnehmung des Dufts, der von einem Wein ausgeht, kann sich erst mit etwas Übung erschließen. Meist genügt es jedoch, wenn sich Laien für die Sinneswahrnehmung unvoreingenommen öffnen und sich voll und ganz auf den Genuss konzentrieren. Dabei gerät nicht nur das außergewöhnliche Aroma ins Visier.

Auch fern der beschaulich gelegenen Weingüter entführt das Tasting den Genießer in eine andere Welt, in der alltäglicher Stress keine Rolle mehr spielt.

Sanfter Schmeichler oder tosendes Feuerwerk – der Kontakt mit dem Gaumen

Auge und Nase erfreuen sich auch dann noch an den Sinneseindrücken und entsenden wohltuende Botschaften, wenn der Wein beim Tasting die Zunge berührt. Interessant ist bereits die Konsistenz, die so sanft wie Wasser, prickelnd wie die Essenz von Zitrusfrüchten oder cremig wie ein gehaltvoller Fruchtsaft sein kann.

Das Verhalten der Flüssigkeit im bewegten Glas deutet dieses Gefühl auf der Zunge an. Obendrein inspirieren die Komponenten des Weins die Geschmacksknospen. Dabei kann die Wirkung so zart und leicht wie ein Sommerwind oder so erfassend wie ein loderndes Feuer sein.

Belebt, besänftigt, erfrischt oder warm behütet: All diese Emotionen und viele Assoziationen mehr können sich aus dem Genuss von Wein ergeben.

Mut zum persönlichen Urteil

Der Sommelier wirft all sein Fachwissen in die Waagschale, um aus der Vielzahl der Angebote die qualitativ hochwertigen und beachtenswerten Produkte herauszupicken. Kompetente Fachhändler liefern zu den Weinen umfangreiche Fakten und skizzieren zudem die Eindrücke, die den Kunden beim Tasting erwarten.

Ob ein Wein zu den geschmacklichen Vorlieben und zu den ersehnten Emotionen passt, kann nur der Kunde selbst herausfinden. Weinkenner favorisieren meist eine überschaubare Zahl an Weinregionen und entdecken dort ihre geheimen Weingüter, die sie durchs kulinarische Leben begleiten.


Bildnachweis: Thinkstock / FlairImages


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