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Weinanbaugebiet Ahr – Das größte Rotweinanbaugebiet in Deutschland

Weinanbau Ahr

Es ist das viertkleinste Weinanbaugebiet, das zweitnördlichste und zugleich das größte geschlossene Rotweinanbaugebiet des Weinanbaus in Deutschland.

Außerdem liegt das idyllische Ahrtal mit seinen pittoresken und teilweise abenteuerlich steilen Schieferwänden nur eine gute Autostunde vom bevölkerungsreichen Ruhrgebiet entfernt und ist vom Kölner Raum innerhalb einer halben Stunde zu erreichen. Das macht das Ahrtal, benannt nach dem wenig spektakulären, aber in weiten Teilen ursprünglich vor sich hin plätschernden Flüsschen Ahr, zum perfekten Ziel für Tagesausflügler aus NRW, Rheinland-Pfalz und Hessen.

Die Geschichte des Weinanbaus in Ahr

Gleichwohl bieten Ahr, die Kreisstadt Bad Neuenahr-Ahrweiler und die vielen anderen schmucken Städtchen auch für mehrere Tage ausreichend Möglichkeiten für die Freizeit fernab ab vom Weinanbau in Deutschland.

Ob schon die Römer, die bereits vor unserer Zeitrechnung im Ahrtal siedelten, hier Wein anbauten ist nicht bewiesen. Fest steht, dass die Menschen in den vergangenen Jahrhunderten die Berge zu einer eindrucksvollen Terrassenlandschaft formten. Auf nahezu jedem Quadratmeter der sonnenbeschienen Felswände wächst Wein. Dabei sind viele Weinberge in einzelne Parzellen unterteilt. Mindestens seit dem 9. Jahrhundert wird im Ahrtal Wein angebaut.

Die Erfolgsgeschichte des heute nördlichsten der deutschen Rotweinanbaugebiete begann erst nach dem Dreißigjährigen Krieg, zuvor hatte es vor allem weiße Rebsorten gegeben. Auch der Burgunder wurde damals noch zu blassrosa Weißwein verarbeitet. Noch heute begegnet Ahr-Besuchern manchmal die Bezeichnung Ahrbleichert.

Zur großen Krise kam es Mitte des 19. Jahrhunderts, als der Handel mit dem benachbarten Belgien stoppte und Missernten den Weinanbau an der Ahr nahezu zum Erliegen brachten. Daraus entwickelte sich 1868 in Mayschoß eine der weltweit ersten Winzergenossenschaft überhaupt, die bis heute existiert.

Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten

Das von viel Sonne und wenig Regen verwöhnte Anbaugebiet für Weine in Ahr gilt als das Rotweinanbaugebiet Deutschlands. Seit Jahren geht der Anteil der fruchtig-süßen Weine zurück, an ihre Stelle rücken trockenere Tropfen, die den Weinkennern eher zusagen. „Klasse statt Masse“ lautet seit Jahren das Credo der Winzer. Aufgrund dessen, der verkehrsgünstigen Lage und schönen Landschaft ist das Ahrtal ein beliebtes Ausflugsziel.

Zu erleben gibt es viel. Während der Weinlese im September findet in jeder Ortschaft ein Wein- oder Winzerfest statt. An diesen Tagen quellen die alten Städtchen über vor Besuchern. Dafür ist weniger Betrieb auf dem berühmten Rotweinwanderweg, der über 35 Kilometer von Bad Bodendorf bis Altenahr führt.

Der auch für Radfahrer gut geeignete Wanderweg führt mitten durch die Weinberge mit fantastischem Blick auf das Ahrtal und vorbei an Sehenswürdigkeiten wie dem Silberbergtunnel, in dem im Zweiten Weltkrieg 2500 Schutz fanden, oder dem einst streng geheimen Regierungsbunker (Ausweichsitz der Verfassungsorgane des Bundes im Krisen- und Verteidigungsfall zur Wahrung von deren Funktionstüchtigkeit), der heute ein Museum beherbergt.

Dreh- und Angelpunkt im Ahrtal ist die Kreisstadt, die eigentlich aus zwei Städtchen besteht. Das fast schon mondäne Bad Neuenahr, bekannt für seine Kurkliniken und das Spielcasino – und die Apollinarisquelle – und das etwas weiter die Ahr herauf liegende Ahrweiler, das duch kleine Gässchen mit Fachwerkarchitektur besticht. Einen Besuch wert ist auch Altenahr am anderen Ende des Ahrtals. Von hier sind es dann nur noch knappe 30 Kilometer bis zum Nürburgring.

Der Wein – Kultweine, Premiumweine und traditionelle Weine!

Laut der jährlichen Weinprämierung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) ist die rund 400 Mitglieder zählende Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr verantwortlich für einen der besten Weine aus ganz Deutschland. In den vergangenen Jahren wurde sie stets in die Top Ten der 100 besten Weingüter gewählt.

Um die deutlich gestiegene Qualität der Ahr-Rotweine herauszustellen, wird seit 2012 der Ahrwein des Jahres gekürt. Unterschieden werden dabei Spitzengewächse in der Kategorie „Kultweine“, „Premiumweine“, und traditionelle Weine in der Kategorie „Klassiker“, zudem gibt es Sonderpreise. Besonders Liebhaber von Rotwein sollten Erzeugnisse aus diesem Weinanbaugebiet also unbedingt kosten.

  • Größe: 559 Hektar
  • Jahresproduktion: ca. 40.000 Hektoliter
  • Rebsorten: zu 80 Prozent wird Rotwein angebaut, die mit Abstand häufigste Sorte ist der Spätburgunder auf rund 360 Hektar. Dahinter folgen Blauer Portugieser und der weiße Riesling.

Bildnachweis: Thinkstock / iStock / eurotravel

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