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Weinanbaugebiet Baden – das südlichste Anbaugebiet der Republik

Weinanbau Baden

Das Weinanbaugebiet Baden ist das von der Fläche her drittgrößte Weinanbaugebiet in Deutschland. Mit Ausläufern bis in die bayerischen Voralpen ist Baden das südlichste Anbaugebiet der Republik.

Die Geschichte des Weinanbaus in Baden

Das milde Klima, vor allem rund um den Kaiserstuhl, hat Baden eine Besonderheit eingebracht. Als einziges deutsches Weinanbaugebiet wurde es von der Europäischen Union in die warme Weinbauzone B klassifiziert. Damit muss der Badener Wein besondere Qualitätsanforderungen erfüllen, etwa einen hohen Oechslegrad. Weine aus Baden enthalten also oft einen höheren Anteil gelöster Stoffe wie zum Beispiel Zucker.

Damit ist das Anbaugebiet Baden in bester Gesellschaft und in der gleichen Weinbauzone wie etwa die Champagne oder das Elsass. Spannend wird Baden durch seine schier unüberschaubare Vielseitigkeit. Von Nord nach Süd misst das in neun Teilbereiche gegliederte Areal rund 400 Kilometer. Damit liegt die Badener Weinstraße in der Nähe vieler Großstädte und zahlreicher Attraktionen.

Wein kommt in der Natur seit vielen Millionen Jahren vor. So ist es kein Wunder, dass die ersten Wildreben nach der Eiszeit, der vor rund 11.000 Jahren endete, am noch heute wärmsten Landstrich Deutschlands wieder wuchsen. Der Wein spross damals in den Auenwäldern am Oberrhein.

Zu Beginn unserer Zeitrechnung wurde im heutigen Baden bereits Wein angebaut. Später weitete sich der Anbau nach Norden aus. Badischer Wein wurde im Mittelalter berühmt für seine Bekömmlichkeit. Im 16. Jahrhundert soll der Weinverbrauch der Einheimischen bei rund 140 Litern jährlich gelegen haben. Keine Frage, dass dieses gute Tröpfchen nicht den Badenern vorbehalten blieb.

Aufgrund der günstigen Rheinlage wurde der Wein schon vor Jahrhunderten gen Norden und bis ins benachbarte Ausland exportiert. Heute zählt der Badische Weinbauernverband weit über 19.000 Mitglieder. Darunter rund 330 eigenständige Weingüter sowie 85 Winzergenossenschaften. Wie in Baden der Genossenschaftsgedanke überhaupt schon früh gelebt wurde.

Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten

Ausflugsziele in Baden zu benennen ist eine ebenso herausfordernde Aufgabe, wie den besten Wein dieser riesigen und vor im wahrsten Sinne des Wortes für jeden Geschmack etwas bietenden Region zu küren. Im tiefsten Süden des Anbaugebiets sind die Alpen so nah, dass Alpinisten die komplette Bandbreite an Gebirgsunternehmungen angehen können.

Kurstädte wie Baden-Baden mit Spielbank und Philharmonie reihen sich in den Kreis der Großtädte, die einen Besuch unbedingt verdient haben ein: Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe. Und dann gibt es den für Sportler und Chiller gleichermaßen anziehenden Bodensee – und das malerische Konstanz. Doch vor allem bietet es sich an, einen der riesigen Weinkeller zu besichtigen. Der Badische Winzerkeller in Breisach ist der größte Europas.

Über 100 Millionen Liter Wein und Most können hier aufgenommen werden. Offene Kellerführungen mit Weinprobe gibt es täglich. Highlight – vor allem für Männer – ist dabei eine Fahrt mit dem Bähnle ins unterirdische Holzfasslager.

Der Wein aus Baden

Unter der Top 100 der besten Weinerzeuger in Deutschland sind laut Deutscher Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) 24 Weingüter und Winzer. Ein Spitzenwert, der für die Qualität der erlesenen Weine aus Baden spricht. Der Winzerkeller Hex vom Dasenstein in Kappelrodeck liegt gar auf Platz 3 dieser Liste. Über eine ausdrückliche DLG-Empfehlung darf sich das Wein- und Sektgut Karle freuen, dessen Spätburgunder schon höchste Auszeichnungen bekam.

Wichtiges Zeichen für die herausragende Klasse der Badischen Weine ist das Preisträgerverzeichnis der badischen Gebietsweinprämierung, bei der rund zehn Prozent der gesamten Weinerzeugung in Baden unter strengen Kriterien prämiert wird. Die punktbesten Rotweine sind – noch – immer wieder Spätburgunder. Bei den Weißen ist der Sauvignon Blanc im Kommen.

  • Größe: 16.000 Hektar
  • Jahresproduktion: ca. 1,2 Millionen Hektoliter
  • Rebsorten: Das Verhältnis von Weiß- und Rotweinen ist in Baden fast ausgeglichen – mit leichtem Vorteil für Weißwein. Bei den roten Rebsorten wird vor allem Spätburgunder angebaut, bei den weißen sind es Grauburgunder, Müller-Thurgau oder, im viel kleineren Rahmen, Muskateller. Insgesamt gibt es kaum eine Weinregion in Deutschland in der eine solch große Vielfalt an Rebsorten geerntet wird.

Bildnachweis: Thinkstock / iStock / Tom Fakler

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