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Weinanbaugebiet Rheinhessen – das größte der deutschen Weinanbaugebiete

Weinanbau Rheinhessen

Rheinhessen ist das mit Abstand größte der 13 deutschen Weinanbaugebiete. Über 120 Millionen Rebstöcke wachsen und gedeihen hier. Bis auf ganz wenige Ausnahmen, die an einer Hand abzuzählen sind, betreibt jede der fast 140 Gemeinden in Rheinhessen Weinanbau.

Weinanbaugebiet Rheinhessen

Rheinhessen und zudem die Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz Mainz sind seit 2008 das deutsche Gesicht des internationalen Weinnetzwerkes Great Wine Capitals. Aus vielen großen weinproduzierenden Nationen weltweit ist jeweils eine Region in diesem Zusammenschluss vertreten, die das Herkunftsland besonders klar charakterisiert.

Mainz und Rheinhessen sind dabei in der illustren Gesellschaft von Bilbao und Rioja, dem berühmten Anbaugebiet Bordeaux, Florenz und Toskana, Kapstadt und Cape-Winelands oder San Francisco und Napa Valley.

Geschichte des Anbaus

Schon 20 Jahre vor dem Beginn unserer Zeitrechnung wurde in Rheinhessen Wein angebaut. Der Niersteiner Glöck ist sogar die älteste Weinlage Deutschlands. Die Tradition Trauben zu keltern geht hier nachweislich bis ins Jahr 742 zurück.

Besaß der Wein aus Rheinhessen bis weit hinein ins 20. Jahrhundert einen hervorragenden Ruf, folgten ab den 1950er Jahren einige Jahrzehnte, in denen vor allem auf die Höhe der Produktion und weniger auf die Qualität geachtet wurde.

Das hat sich inzwischen wieder geändert und der Rheinhessenwein schwingt sich allmählich aber bestimmt wieder zu alten Höhepunkten hinauf. Inzwischen gehören Weine aus dem Anbaugebiet Rheinhessen zu den besten Tropfen, die das Weinland Deutschland zu bieten hat.

Weinanbau Rheinhessen: Der Wein

Die junge Winzergeneration hat in Rheinhessen in den vergangenen Jahren einiges auf den Kopf gestellt und den im vergangenen Jahrhundert etwas in Mitleidenschaft geratenen Ruf des Anbaugebietes wieder aufpoliert.

Mittlerweile stehen Weine aus Rheinhessen wieder auf den Weinkarten der besten Sommeliers des Landes. Trotzdem bieten die sanften Hügel vielfach die Möglichkeit Vollernter für die maschinelle Weinlese einzusetzen. Nur für die absoluten Spitzenweine wird per Hand geerntet.

Sie gibt es jedoch reichlich. Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) führt gleich 13 Weingüter aus Rheinhessen in ihrer Top 100 auf. Zwei von ihnen sind sogar unter den besten Zehn. Das Weingut Erich und Eric Manz in Weinolsheim und das Weingut Erbeldingert in Bechtheim.

Rebsorten

Etwa zwei Drittel der Fläche wird mit weißen Rebsorten bewirtschaftet. Ausnahmsweise ist der Riesling nicht die Haupttraube dieses Weinanbaugebiets, sondern mit knappem Vorsprung der Rivaner (Müller-Thurgau). Verbreitet sind auch Silvaner und Kerner. Bei den roten Rebsorten führt der Dornfelder vor dem Blauen Portugieser und dem Spätburgunder.

  • Größe: 26.000 Hektar
  • Jahresproduktion: ca. 2,5 Millionen Hektoliter

Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten in Rheinhessen

Auf der Liste der lohnenswerten Ausflugsziele steht Mainz ganz oben. Sehenswürdigkeiten wie der tausendjährige Dom St. Martin, die Bischofskirche, die Altstadt, das weltbekannte Gutenberg-Museum oder die von Marc Chagall für die Kirche St. Stephan geschaffenen Fenster in mystischem Blau locken viele Besucher.

Empfehlenswert auch: Ein Bummel über die Bingener Rheinpromenade. Das sanfte Hügelland der Region lädt zu ausgiebigen Wanderungen durch Weinberge und von den Flüssen Rhein und Selz geprägte Landschaften ein. Der lockere Lössboden bei Oppenheim sorgt nicht nur seit vielen, vielen Jahren für exzellente Weine, sondern wurde im Laufe der Jahrhunderte auch von findigen Kaufleuten und schlauen Stadtvätern genutzt, die riesige Kellerräume schufen.

Das Oppenheimer Kellerlabyrinth ist ein Muss vor dem Genuss eines guten Tropfens aus Rheinhessen. Einen Besuch lohnen aber auch Alzey mit seinem wieder erbauten Schloss und der berühmte Dom zu Worms. Für aktive Besucher der Region empfiehlt es sich auf luftige Kleidung mehr Wert zu legen als auf eine Regenjacke. Denn nirgendwo scheint die Sonne in Deutschland so häufig, wie hier.

Für Wanderer und Radler wird viel geboten: Neun verschiedene Radwege und Touren führen kreuz und quer durch das abwechslungsreiche Anbaugebiet. Dank der vielen Sonne sind zudem im Laufe der Zeit zahlreiche Rosen- und Kräutergärten entstanden.


Bildnachweis: Thinkstock / iStock / Gauss79

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