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Weinanbaugebiet Sachsen – bekannt für fruchtig-spritzige Weißweine

Weinanbau Sachsen

Das Weinanbaugebiet Sachsen ist nicht nur eines der kleinsten Weinanbaugebiete in Deutschland, es ist auch eines der nördlichsten in Europa. Über 90 Prozent der Rebfläche gehören zum Bundesland Sachsen, der Rest liegt in Sachsen-Anhalt und Brandenburg.

Weinanbaugebiet Sachsen

Die Lage Ostritzer Klosterberg ist die östlichste Rebfläche Deutschlands. Den Weinanbau betreiben rund 2500 Winzer, doch nur 25 im Haupterwerb sowie weitere 20 im Nebenerwerb. 99 Prozent der Weinbauern in Sachsen baut Wein als Hobby an.

Im Vergleich zu den anderen Weinanbaugebieten in Deutschland setzt der Frühling hier später ein, dafür sind September und Oktober deutlich trockener. Dennoch droht in jedem Winter starker Frost die Ernte zu gefährden. Aufgrund der geringen Ertragsmenge ist Sachsenwein außerhalb der Region nur selten zu bekommen, was nicht an der Qualität der hier gekelterten Weine zweifeln lassen sollte.

Die meisten Weine werden sortenrein in Flaschen abgefüllt und direkt vor Ort vermarktet oder an gehobene Gastronomiebetriebe verkauft. Rund die Hälfte der berebten Fläche liegt an Steillagen mit bis zu 30 Prozent Gefälle. Die Lese kann hier nur per Hand erfolgen und ist somit arbeitsintensiv und kostspielig.

Geschichte des Anbaugebiets

Wein und Sachsen gehören seit über 800 Jahren zusammen. 1161 wurde der Weinanbau hier erstmals urkundlich erwähnt. Nach dem Dreißigjährigen Krieg stieg die Bedeutung, sodass zur Blütezeit Ende des 17. Jahrhunderts 5000 Hektar mit Reben bepflanzt waren und das Anbaugebiet mehr als zehn Mal so groß war wie heute.

Im ausgehenden 19. Jahrhundert sorgte die Reblaus für die fast völlige Vernichtung des Bestands. Nachdem ab 1907 neue Züchtungen resistent gegen die Reblaus waren ließ der Aufschwung trotzdem auf sich warten. Der Tiefststand war 1934 erreicht, als das Anbaugebiet nur noch 110 Hektar klein war.

Weinanbau Württemberg: Der Wein

Sachsenwein lässt sich fast nur vor Ort genießen, da kaum eine Flasche ihren Weg in überregionale Weinhandlungen findet. Das ist durchaus schade, denn die Weine aus Sachsen gewinnen seit Jahren immer weiter an Qualität. Die Weißweine überzeugen dabei durch eine fruchtig-spritzige Note.

Die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) zeichnete fast vier Dutzend Weine aus Sachsen bei der Bundesweinprämierung aus. Neun Mal wurde – ausschließlich für Weißweine – sogar die Goldene Plakette verliehen.

Die besten Weingüter in Sachsen sind demnach: Weingut Jan Ulrich, Weingut Schloss Proschwitz Prinz zur Lippe, Sächsisches Staatsweingut Schloss Wackerbarth, Weingut Hoflösnitz und die Sächsische Winzergenossenschaft.

  • Größe: 460 Hektar
  • Jahresproduktion: ca. 27.000 Hektoliter

Rebsorten:

Angepflanzt wird der Goldriesling nur auf etwa 24 Hektar und spielt damit auch in Sachsen eigentlich nur eine untergeordnete Rolle – wobei der Bestand stetig wächst. Doch diese weiße Rebsorte mit leichter Muskatnote ist eine absolute Rarität.

Deutschlandweit wird sie nur hier angebaut, obwohl sie auch in anderen Anbaugebieten zugelassen ist. Generell ist Sachsen eine Weißweinregion. Am häufigsten ist der Müller-Thurgau, der auf etwa 80 Hektar wächst. Verbreitet sind auch Riesling und Weißburgunder.

Rotweine wie Blauer Portugieser, Dornfelder oder Regent kommen selten vor. Doch auch der Rotwein gewinnt alljährlich an Bedeutung.

Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten in der Umgebung

Kaum ein Weinanbaugebiet in Deutschland macht es seinen Besuchern so schwer, sich die Sehenswürdigkeiten in der Umgebung anzugucken. Es gibt so viele. Allem voran die Hauptstadt Sachsens Dresden mit ihrer unglaublichen Altstadt, Frauenkirche und Semperoper.

Das Anbaugebiet ist in zwei Bereiche unterteilt. Der Großlagenfreie Bereich Elstertal mit ursprünglichen Naturlagen ist besonders für Liebhaber von Ruhe und Idyll geeignet. Der Bereich Meißen ist deutlich größer und nicht zuletzt wegen der namensgebenden Kreisstadt für jeden Besucher der Region Pflicht.

Ebenso wie das Dresdner Elbtal, das nicht zuletzt wegen seiner malerischen Weinhänge bis 2009 zum Unesco-Weltkulturerbe zählte. Zur Stärkung des Tourismus wurden im Weinanbaugebiet ab den frühen 1990er Jahren die Sächsische Weinstraße sowie der Sächsische Weinwanderweg eingerichtet.


Bildnachweis: Thinkstock / Hemera / Liane Matrisch

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